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Institut für Musikforschung

Studium Ethnomusikologie

Willkommen am Lehrstuhl für Ethnomusikologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg!

Wir sind der Überzeugung, dass alle Formen des musikalischen Ausdrucks aus aller Welt es wert sind, erforscht zu werden – von traditionell bis experimentell, von elitär über populär bis subkulturell, von klassisch bis zeitgenössisch, von national bis interkulturell, vom Globalen Norden bis zum Globalen Süden. Wir tun unser Bestes, Studierenden mit unserer Expertise und der unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Dozentinnen und Dozenten, Postdoktorandinnen und Postdoktoranden und nicht zuletzt der ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen ein breites Spektrum an Musikstilen und -kulturen näherzubringen. Bei der Durchführung eigenständiger Feldforschung stehen wir unterstützend mit Rat und Tat zur Seite.

Wir legen großen Wert auf das Miteinander von Theorie und Praxis. Unsere Studiengänge verbinden eine akademische Ausbildung mit musikalischer Praxis, die Gemeinschaften, Individualität, Vielfalt, Öffentlichkeit und Gesellschaft gleichermaßen einbindet – sowohl in Bezug auf das Erlernen und Performance von Musik als auch im Rahmen partizipativer Feldforschung oder von Aktivitäten in Zusammenarbeit mit Musikerinnen und Musikern, Tänzerinnen und Tänzern sowie Zuhörerinnen und Zuhörern.

Wir setzen auf Interdisziplinarität. Unsere Kooperationen mit anderen Fachbereichen wie Historische Musikwissenschaft, Digitale Musikwissenschaft, Musikpädagogik, Ethnologie/Volkskunde, Politikwissenschaft und Soziologie, Medienwissenschaft, Diversity Management, Museumswissenschaft sowie zahlreichen weiteren Studiengängen (z. B. Anglistik, Amerikanistik, Sinologie, Indologie oder Slawistik) ermöglichen vielfältige soziokulturelle Perspektiven auf Musik und Gesellschaft in Theorie und Praxis zugleich.

Wir schätzen Internationalisierung und Vielfalt. Unsere Studierenden und Gäste kommen aus Europa, Asien, Afrika und Amerika. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, globale Kompetenzen zu erweitern, etwa durch einen Auslandsaufenthalt oder im Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern sowie mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort in Würzburg. Unser bilinguales Studienprogramm in Englisch und Deutsch ermöglicht es Studierenden, sowohl ihre sprachliche als auch ihre musikbezogenen Kommunikationsfähigkeiten für nationale und internationale Kontexte zu verfeinern. An einem Studium in Ethnomusikologie Interessierte aus Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen sowie Vertreterinnen und Vertreter von Minderheiten und unterrepräsentierten Gruppen werden besonders ermutigt, sich zu bewerben.

Was ist Ethnomusikologie?

Die Ethnomusikologie befasst sich mit der Frage, wie Menschen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten rund um den Globus musizieren und erforscht verschiedenste musikalische Systeme, Lernmethoden und kreative Prozesse der traditionellen und populären Musikpraxis sowie der Kunstmusik. Wir versuchen, ein Verständnis dafür zu erlangen, wie unterschiedliche Überzeugungen, Werte, soziale Aspekte, Politik und andere außermusikalische Faktoren musikalische Prozesse und musikbezogene Bedeutungen beeinflussen. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit dem Stellenwert von Musik(en) und Musizieren im alltäglichen Leben und untersuchen deren Relevanz in der und für die Gesellschaft. Ziel ist es, sowohl ein tiefergehendes Verständnis musikalischer Phänomene zu ermöglichen als auch einen positiven Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander zu leisten. Unser Fokus liegt innerhalb, zwischen und jenseits nationaler Grenzen und ethnischer Abgrenzungen. Wir untersuchen historische und zeitgenössische Formen interkultureller Kontakte, Konflikte, von Austausch und Miteinander sowie die daraus resultierenden musikalischen Innovationen und Bemühungen um den Erhalt bestimmter musikalischer Praktiken bzw. zur Bewahrung musikkulturellen Erbes. Wir analysieren, wie Instrumente und Klänge von diesen außermusikalischen Phänomenen beeinflusst und geprägt werden. Außerdem untersuchen wir, inwiefern Ausdruck, Kommunikation und Kreativität – in ihren unzähligen Ausprägungen und Manifestationen – Bedürfnisse darstellen, die allen Menschen gemeinsam und eigen sind. Unsere Kernkompetenz liegt in der Ethnographie der Musik als sozialer Praxis, doch sind wir auch offen dafür, diesen Schwerpunkt mit Ansätzen aus der Musikanalyse, Musikgeschichte, Musikpädagogik, praxisorientierter Forschung und anderen neuen Methoden zu verbinden.

Studium, Forschung und Lehre in Ethnomusikologie

Studiengänge und Profile

An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg kann man Ethnomusikologie auf allen Ebenen und Niveaus studieren werden, von Bachelor über Master bis hin zu Promotion und Habilitation. Weitere Informationen dazu finden sich über folgende Links:

Bachelor of Arts in Ethnomusikologie (als Nebenfach mit 60 ECTS-Punkten)

Master of Arts in Ethnomusikologie (Als Hauptfach mit 120 ECTS-Punkten oder Doppelfach mit 45 ECTS-Punkten)

Promotion, Postdoc und Habilitation in Ethnomusikologie

Das Studium ist – mit Ausnahme des obligatorischen Semesterbeitrags als Summe aller fälligen Beiträge und Gebühren, die Studierende grundsätzlich jedes Semester bei der Immatrikulation oder Rückmeldung für Semesterticket und Studierendenwerksbeitrags in Höhe von insgesamt 182,10 € ab/seit dem Wintersemester 2026 entrichten müssen – für alle immatrikulierten Studierenden kostenlos, unabhängig von ihrem Wohnsitz oder ihrer Staatsangehörigkeit.

Möglichkeiten für Gasthörerinnen und Gasthörer

Studierende aus anderen Studiengängen/Fachdisziplinen der JMU und unserer Partnerhochschulen (z. B. HfM, THWS) sind herzlich eingeladen, an Kursen der Ethnomusikologie teilzunehmen, sofern noch Plätze frei sind. Gaststudierende, die nicht an einer Hochschule eingeschrieben sind oder über keine Hochschulzugangsberechtigung verfügen, können sich als Gasthörerinnen und Gasthörer für ein Gaststudium anmelden. Interessierte können sich auch direkt an die für die jeweilige Lehrveranstaltung verantwortlichen Dozierenden wenden oder an die Lehrstuhlinhaberin Prof. Juniper Hill und die Studiengangkoordinatorin Dr. Clara Wenz, momentan vertreten durch Dr. des. Fabio Dick. Aktuelle Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls für Ethnomusikologie findet man auf der Website des Instituts unter „Studium“ bzw. „Lehrveranstaltungen am Institut für Musikforschung”.

Team Ethnomusikologie: Dozentinnen und Dozenten

Die Studiengänge im Bereich Ethnomusikologie werden geleitet von Prof. Juniper Hill und Dr. Clara Wenz, momentan vertreten durch Dr. des. Fabio Dick.
Kurse werden auch von Postdoktoranden des Lehrstuhls für Ethnomusikologie wie Dr. Loab Hammud und Dr. Toyin Samuel Ajose sowie von anderen Lehrstühlen des Instituts für Musikforschung angeboten, darunter Seminare zu Organologie sowie Technikkurse zur Erforschung von Musikaufführungen (Recording & Editing) von Dr. Oliver Wiener oder Lehrveranstaltungen zu Musikanalyse, digitaler Musikphilologie und Musiktheorie von Prof. Fabian Moss und Dr. Mauro Windholz.

Zu den mit dem Lehrstuhl für Ethnomusikologie assoziierten (Gast-)Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gehören unter anderem Prof. Guilnard Moufarrej, Dr. Cornelia Günauer und Prof. em. Dr. Max Peter Baumann.

Jedes Semester bereichern immer wieder wechselnde Lehraufträge von Gastdozentinnen und Gastdozenten aus dem In- und Ausland unser Angebot an Lehrveranstaltungen mit ihrer praktischen und/oder akademischen Expertise aus aller Welt. Zu diesen Lehrbeauftragten zählen unter anderem André Mabiala für west- und zentralafrikanische Musik, Anja Günther für Klezmer, Carlos Patzi und Rainer Christian Rosenbaum für bolivianische Musik und Musiken der Anden, Christian Poske für Musiktraditionen Südasiens, David Moran für Flamenco, David Saam und Franz Josef Schramm für fränkische Volksmusik, João Eduardo Farias de Araújo für Pandeiro und brasilianische Musikkultur, Mohcine Ramdan und Aktham Abou Fakher für arabische Musiken und Oud sowie Yalda Yazdani für persische Musikkultur und Musik aus dem Mittleren Osten.

Darüber hinaus ermutigen wir Studierende, durch den Besuch von Lehrveranstaltungen von Kooperationspartnern weiterer Studienfächer und -programme – neben Musikwissenschaft, Musikpädagogik, Digital Humanities, Museumswissenschaft oder Politikwissenschaft und Soziologie etwa Anglistik, Geographie, Indologie, Romanistik, Sinologie, Slavistik etc. – auch interdisziplinäre Wege einzuschlagen und entsprechende Erfahrungen zu machen.

Events/Veranstaltungen

Jedes Semester laden wir zahlreiche lokale und internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Künstlerinnen und Künstler ein, die Gastseminare, Workshops und/oder Konzerte geben. Das Event-Programm des Lehrstuhls für Ethnomusikologie findet man auf der Website des Instituts unter „Aktuelles“.


Hier können Sie sich einen Überblick über einige unserer Veranstaltungen vergangener Semester verschaffen:

Programm Sommer 2026 (PDF)
Programm Winter 2025/26 (PDF)
Programm Sommer 2025 (PDF)
Programm Winter 2024/25 (PDF)
Programm Summer 2024 (PDF)
Programm Winter 2023/24 (PDF)
Programm Summer 2023 (PDF)
Programm Winter 2022/23 (PDF)

Lage und Ausstattung

Das Institut für Musikforschung befindet sich im Stadtzentrum von Würzburg in der Domerschulstraße, gegenüber von der Alten Universität mit Neubaukirche und in unmittelbarer Nähe der Hochschule für Musik (HfM). Unsere Lehrveranstaltungen finden sowohl in der Domerschulstraße als auch in der Würzburger Residenz statt, die als UNESCO-Weltkulturerbe und eines der beeindruckendsten Barockschlösser Europas zugleich die Studiensammlung „Musikinstrumente & Medien der JMU Würzburg“ beherbergt. In der Domerschulstraße befinden sich auch die Teilbibliothek Musik und der CIP-Pool des Instituts, zudem unterhält der Lehrstuhl für Ethnomusikologie dort neben einem Teamraum für Masterstudierende, Doktoranden und Postdocs eine Sammlung mit technischem Equipment, das Studierende und Forschende für ihre Projekte – etwa zur Aufzeichnung/Dokumentation von Feldforschung – jederzeit gratis ausleihen können.

Idyllisch im Maintal inmitten der fränkischen Weinregion gelegen besticht die Stadt Würzburg auch mit einer beeindruckenden soziokulturellen Vielfalt: Über ein Drittel der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund, es gibt ein zahlreiche Festivals und Veranstaltungen wie zum Beispiel das Africa Festival – Europas größtes Festival für afrikanische Musik und Kultur, das Mozartfest, Frühling International, die Würzburger Woche gegen Rassismus (WWgR), die Veranstaltungsreihe des Ausländer- und Integrationsbeirats der Stadt Würzburg Global Würzburg – GloW oder das Umsonst & Draussen Festival. Mehr über die musikalische Vielfalt in Würzburg erfährt man auch über unser Dokumentarfilmprojekt Musik unserer Nachbarn.

Studierende haben die Möglichkeit sich an lokalen Kulturevents zu beteiligen, wie dem Frühling International Festival, GloW Global WürzburgFestival, und dem Woche Gegen Rassismus Programm.

Würzburg ist gut an den ÖPNV angebunden und verfügt über ein breites städtisches wie regionales Angebot mitsamt Direktverbindungen zu den Flughäfen in Nürnberg (NUE) und Frankfurt am Main (FRA).