Intern
Institut für Musikforschung

Promotion, Post-Doc und Habilitation in Ethnomusikologie

Promotion in Ethnomusikologie

Eine Promotion an unserem Lehrstuhl vermittelt Doktorandinnen und Doktoranden fundierte Kenntnisse und Fähigkeiten in Bezug auf ethnomusikologische Theorien und Methoden. Bei der Durchführung eigenständiger Forschungsarbeiten zu einem musikkulturrellen und soziomusikalischen Themas ihrer Wahl werden Promovierende gezielt unterstützt. Begleitet von Mentoring und Supervision bieten sich am Institut für Musikforschung in einem vielfältigen und äußerst internationalen Umfeld zahlreiche Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung, nicht nur in Hinblick auf akademische Berufsperspektiven für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler oder Angewandte Ethnomusikologie.

Informationen für Bewerberinnen und Bewerber 

Zulassungsvoraussetzungen: Die Bewerbung für ein Doktoratsstudium setzt einen Masterabschluss in Ethnomusikologie oder eine gleichwertige Ausbildung voraus, die vergleichbare Kenntnisse und Fähigkeiten mit sich bringt, gerade auch in Hinblick auf ethnomusikologische Theorien und Methoden sowie deren Anwendung in der Praxis – etwa in eng verwandten Fachgebieten wie beispielsweise Musikwissenschaft oder Anthropologie und in Bezug auf Feldforschung. Interessierte, die sich hinsichtlich ihrer fachlichen Eignung oder des genauen Ablaufs und Struktur der Promotion unsicher sind, können sich jederzeit per E-Mail an Prof. Juniper Hill oder Dr. Clara Wenz, momentan vertreten durch Dr. des. Fabio Dick, wenden.

Betreuung: Prof. Juniper Hill ist die Erstbetreuerin von Promotionsvorhaben im Bereich Ethnomusikologie. Interessierte Bewerberinnen und Bewerber werden gebeten, sich zunächst mit ihren Forschungsprojekten und Veröffentlichungen vertraut zu machen, um vorab zu prüfen, ob ihre Themen für das eigene Promotionsvorhaben relevant sind und Prof. Juniper Hill insofern als Betreuerin geeignet wäre. Die Wahl einer Zweitbetreuerin oder eines Zweitbetreuers der Arbeit erfolgt in Absprache mit der Lehrstuhlinhaberin. Eine gemeinsame Betreuung durch Vertreterinnen/Vertreter unterschiedlicher Fachrichtungen ist ebenfalls möglich und wird empfohlen, wenn das Forschungsvorhaben inter- bzw. transdisziplinär angelegt ist und/oder über die Expertise von Prof. Juniper Hill respektive das Fachgebiet Ethnomusikologie hinausgeht. Eine Mentoratsvereinbarung hält die Details zur Betreuung schriftlich fest und ist Voraussetzung für die Zulassung zur Promotion.

Sprache: Die Doktorarbeit (Dissertation) selbst kann entweder auf Englisch oder auf Deutsch verfasst werden, wobei Promovierende über eine fortgeschrittene Sprachkompetenz in mindestens einer dieser beiden Sprachen verfügen müssen, die sie vorab auch nachweisen. Während die mit einer Promotion einhergehenden Pflichtseminare am Lehrstuhl für Ethnomusikologie in der Regel auf Englisch stattfinden, werden Fort- und Weiterbildungskurse der Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften und der Philosophischen Fakultät im Rahmen ihrer jeweiligen Qualifizierungsprogramme meist in Deutsch gehalten. Dabei sollte man gleichwohl beachten, dass Deutschkenntnisse in Wort und Schrift auch für den Alltag und die Kommunikation vor Ort hilfreich und wichtig, wenn nicht unabdinglich sein dürften. Empfohlen wird ein Sprachniveau von mindestens B2 gemäß GER.

Ablauf: Interessierte senden folgende Dokumente und Unterlagen an Prof. Juniper Hill: 1) Ein Forschungsexposé im Umfang von 5 bis 10 Seiten mit Darstellung der Forschungsfragen und -ziele, des theoretischen Rahmens und der Forschungsmethodik der geplanten Fallstudie(n), deren inhaltlich-thematische Relevanz in Bezug  auf den Forschungsstand und in Verbund mit bibliographischen Angaben sowie einem Zeit- und Arbeitsplan; 2) einen tabellarischen Lebenslauf, aus dem hervorgeht, dass man über die für eine Promotion in Ethnomusikologie erforderlichen Qualifikationen und Erfahrungen verfügt; 3) eine Begründung im Umfang von 1-2 Seiten, warum das Promotionsvorhaben zum Lehrstuhl für Ethnomusikologie am Institut für Musikforschung der JMU Würzburg passt und Prof. Hill als Erstbetreuerin („Doktormutter“) geeignet wäre. Eingehende Bewerbungen werden fortlaufend geprüft, was nach Eingang der Unterlagen mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. Im Anschluss daran wird man darüber informiert, ob das eingereichte Promotionsvorhaben vielversprechend ist und man zu einem Online-Vorstellungsgespräch eingeladen wird – oder (noch) nicht. Vom Lehrstuhl zugelassene Bewerberinnen und Bewerber melden ihr Promotionsstudium entweder bei der Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften oder der Philosophischen Fakultät an. In diesem Zusammenhang ist die Teilnahme an einem Förder- und Weiterbildungsprogramm, das von der jeweiligen Einrichtung (Fakultät oder Graduiertenschule) konzipiert und angeboten wird, verpflichtend vorgesehen.

Finanzierung:
Es gibt aktuell keine interne Finanzierung oder Anstellung für Doktorandinnen und Doktoranden seitens des Instituts für Musikforschung oder des Lehrstuhls für Ethnomusikologie. Aufgenommene Studierende werden bei der Beantragung externer Fördermittel unterstützt, etwa bei der Bewerbung um DAAD-Stipendien. Während ein Studium an der JMU für alle Studierenden unabhängig von ihrer Nationalität grundsätzlich kostenlos ist, können/müssen diejenigen, die kein Promotionsstipendium oder andere Form von Finanzierung erhalten, ihre Lebenshaltungskosten oft durch eine Teilzeitbeschäftigung decken.

Fragen?
Fragen zum Bewerbungsverfahren und zum Ablauf der Promotion beantwortet  Dr. Clara Wenz, momentan vertreten durch Dr. des. Fabio Dick, Fragen zum Forschungsvorhaben im Rahmen des Promotionsvorhabens Prof. Juniper Hill.

Doktorandinnen und Doktoranden der Ethnomusikologie

Fabio Dick: Musik und Heimat im globalen Kontext: Beispiele aus Bayern.

Mehdi Bagheri: Hybridity, Identity and Revivalism in Kurdish Music of Diaspora.

Ebru Yazıcı: Sensing Sound in the Contemporary Avant-Garde Music Scene in Europe: Polyphonic Overtone Singing and the Art of Improvisation.

Jehoshaphat “Kofi” Sarbah. Twiwee Fishing as Decision Infrastructure: Affective Physicality, Coordination, and Sustainability in Ghana's Artisanal Fisheries.

Peeyush Nepal. Intercultural music making: Metamorphosis of friendships from Ethno Camps.


Postdoc in Ethnomusikologie

Wir sind offen für die Betreuung extern finanzierter Postdoc-Projekte im Fachbereich Ethnomusikologie, insbesondere wenn die Themen und/oder Ansätze unsere Studiengangsprofile ergänzen. Eine Habilitation ist ebenfalls möglich. Daran Interessierte können sich mit ihrem Forschungsvorhaben und einem ausführlichen akademischen Lebenslauf per E-Mail an die Lehrstuhlinhaberin Prof. Juniper Hill wenden.

Aktuelle Postdoc-Projekte

Dr. Clara Wenz. Habilitationsvorhaben „Egypt’s Dancing Horses: A Musical-Equestrian Ethnography“, gefördert von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften seit 2021.

Dr. Toyin Samuel Ajose. Postdoc-Projekt „Silenced yet Loud“: Nigerianische Musik durch Migrantenkirchen in Deutschland“, gefördert durch ein Humboldt-Stipendium seit 2024.

Dr. Loab Hammoud. Postdoc-Projekt „Reconstructing Home through Music: The Experiences of Syrian Musicians in Germany“, gefördert durch ein Humboldt-Stipendium seit 2024.

Prof. Guilnard Moufarrej. Forschungsprojekte zu Musik und Trauma bei syrischen Flüchtlingen sowie zur syrisch-melkitischen Gemeinschaft in Deutschland, gefördert durch SCIAS seit 2021.

Dr. Alma Bejtullahu. Postdoc-Projekt „Gute Bürger des Landes werden, in dem wir leben“: Musikpraxis der albanisch-kosovarischen Gemeinschaft“, gefördert durch ein Humboldt-Stipendium 2023 bis 2026.

Dr. Cornelia Günauer. Postdoktorandin im Projekt „Von der Ethnomusikologie und unseren Nachbarn lernen: Musikalisches Erbe, Kreativität und interkulturelles Engagement“, gefördert von der VolkswagenStiftung 2021 bis 2025.

Dr. Luciano Nazario. Postdoc-Projekt „Freiheit als Auslöser für musikalische Kreativität“, gefördert vom DAAD seit 2021.