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Institut für Musikforschung

Bouzouki, Griechenland – De 226

Die griechische Bouzouki ist mit der arabischen Buzuq und der türkischen Bağlama verwandt und teilt mit diesen den aus Spänen zusammengesetzten birnenförmigen Korpus. Die in den späten 1960er Jahren von der Bouzouki abgeleitete Irish bouzouki (vgl. De 232) ist eine Cister (eine Kastenhalslaute mit einem flachen Boden). Traditionell hatte die Bouzouki 3 Saitenchöre, die Bespannung mit 4 Chören wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt.

Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Bouzouki (und seine kleineren Verwandten Tzoura und Baglama) v.a. für improvisatorisches Spiel und zur Begleitung von Liedern aus dem Unterschichtsmilieu (Rebetika) verwendet. Die frühere Improvisationspraxis war vom Taksim-Spiel im türkischen Modus-System (Makam) abgeleitet, wobei der unterste Saitenchor meist offen als Bordun gezupft wurde. Seit den 1940er Jahren wurde der Einfluss westlicher Musik stärker, so dass es zu einer Verdrängung der Makame durch Dur- und Moll-Skalen kam. Die Variante mit vier Saitenchören ermöglichte die Einführung eines westlich geprägten Akkordspiels.

1980er Jahre (?)

Kein Herstellervermerk

LB 98,5 x 29 cm

4 doppelchörige Saiten, tiefster Chor oktaviert
Mensur 66,5

26 Bundstäbchen

Herkunft: Stiftung Fritz Degel (Blieskastel), Juli 2021

Literatur: N.N. Fhionaghaile: The Adoption and Transformation of the Greek Bouzouki in Irish Music Tradition (thesis, London U., 1990) – R. Conway Morris, Sandra Joyce, Niall Keegan: Bouzouki, in: L. Libin, The Grove Dictionary of Musical Instruments, second edition, Oxford und New York: OUP 2014, vol. 1, 385.

{ow; 2024-03-08}