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Institut für Musikforschung

Dotara – Fos 25, Fos 26

Die dotārā ist eine bundlose Langhalslaute aus Bengalen (Indien und Bangladesh) und anderen noröstlichen indischen Staaten. Der Name (wie bei der west- und zentralasiatischen dutār) meint "zwei Saiten" – wobei meist vier oder mehr aufgespannt sind. Zu den Kennzeichen der dotārā zählt, dass sie aus einem Stück Holz (Neem oder vergleichbares Hartholz) besteht, eine Hautdecke und einen vorne offenen Wirbelkasten mit Flankenwirbeln besitzt, der in ein Vogel- oder ein anderes Tiermotiv mündet. Dieser Schmuck lässt vermuten, dass es sich um eine südliche Weiterentwicklung der zentralasiatischen rubāb-Typen und der sgra-snyan und der arbajo aus dem Himalaya handelt. 

Fos 25

LBT 93,8 x 14,7 x 9,5 cm
Länge Stachel 1,6 cm
Länge Korpus 19,0 cm
Länge Hals 41,3 cm
Länge Wirbelkasten 9,4 cm
Verlängerung (Elefantenkopf) 22,5 cm

4 Wirbelkanäle
Ritz- und Punzierungsmuster im Wirbelkasten

6 (3 x 3) kleine  Schallöcher im runden Teil der Hautdecke, in 2 annähernd gleichschenkligen,  mit dem stumpfen Winkel aufeinander deutenden Dreiecken links und rechts (rechts herausgebrochen)
3 kleine Schalllöcher in der Mittelachse des Halsteils der Hautdecke
Rote gemalte Ornamente auf dem runden Teil der Decke unterhalb der Schalllöcher

Inschrift auf der linken Seite des Halses

Riss in der Decke links, unterhalb der Schalllöcher
Insektenbefall auf der rechten Seite des Halses

Fos 26

LBT 82,6 x 13,3 x 8,5 cm
Länge Stachel 0,9 cm
Länge Runder Korpus 15,0 cm
Länge Hals 42,0 cm
Länge Wirbelkasten 9,5 cm
Länge Kopfmotiv (Taube) 15,2 cm

4 Wirbelkanäle
Reste von roter und blauer Farbe

Wachs-Siegel auf der Vorderseite des Halses

Herkunft: Bengt Fosshag (Rüsselsheim), 9. März 2026

Literatur:  Wolf Dietrich und Bengt Fosshag: Werkzeug & Kunstwerk. Außereuropäische Lauten, Rüsselsheim und Frankfurt 1992, 124, 126. – Alastair Dick: Dotārā, in: Laurence Libin (Hg.): The Grove Dictionary of Musical Instruments, Oxford und New York: OUP 2014, Bd. 2, 76f.

{ow; 2026-03-31}