Gaita – Lo 156
Peru oder Bolivien, 1980er Jahre (?)
Zwei mit Schnüren und Wachs verbundene ungleich lange Kernspaltflöten aus Rohr, die längere ohne Grifflöcher, die kürzere mit fünf gebrannten Grifflöchern, vier vorderständig, ein Daumenloch, alle mit Durchmesser 6 mm. Beide Rohre tragen am Kopfende auf der Rückseite die Bleistifteintragung "10". Die Rohranordnung (längeres Rohr rechts) ist gegenüber der Beschreibung in der Mapa (1978) der peruanischen Volksinstrumente verdreht. In der Publikation wurde das Instrument in dieser Größe an folgenden Orten nachgewiesen: Amazonas: Rodriguez de Mendoza; Cajamarca: Cajamarca, Cutervo, Chota; La Libertad; Lambayeque: Chiclayo; Piura.
Längeres Rohr
Länge 25,5 cm
Durchmesser 1,2 cm
Kanaldurchmesser ca. 0,9 cm
Distanz Labiumkante bis Ende 23,8 cm
Grundfrequenz 662 Hz (e2)
Kürzeres Rohr
Länge 22,9 cm
Durchmesser 1,1 cm
Kanaldurchmesser ca. 0,8 cm
Distanz Labiumkante bis Ende 21,2 cm
bis Mitte Fingerloch 1: 18,9 cm
2: 16,7 cm
3: 14,6 cm
4: 12,3 cm
Daumenloch: 9,8 cm
Grundfrequenz 745 Hz (fis2)
Frequenzen bei nacheinander geöffneten Grifflöchern: 795 Hz, 891 Hz, 1004 Hz, 1140 Hz, 1355 Hz
Leichte Ritz-Markierungen für die Position der zu brennenden Grifflöcher.
Zeichen auf der Seite der Spielpfeife knapp unter der Höhe des Daumenlochs (nicht identifiziert).
Das Instrument ermöglicht ein leichtes Überblasen in die Oktave und Duodezime. Die Kombinationen der überblasenen Töne erzeugen sehr deutliche Differenztöne.
Herkunft: Thomas Loelgen (Tübingen), 2010
Literatur: Institución Nacional de Cultura (Hg.): Mapa de los Instrumentos Musicales de Uso Popular en El Peru. Clasificación y ubicación geográfica. Lima: Oficina de Música y Danza, 1978, 248-252.
{ow; 2026-02-25}



