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Institut für Musikforschung

Mantoura - Lo 124, Ch 21

Die Mantoura, griech. μαντούρα, auch Bandoura oder Thiamboli (θιαμπόλι), ist ein Volksinstrument aus Kreta. Auf anderen Inseln der Ägäis heißt sie monotsambouna (μονοτσαμπούνα), nach der Sackpfeife tsambouna, die ein Doppelspielrohr hat. Bis in die 1940er Jahre wurde in Rethymnon (Kreta) eine doppelte Mantoura verwendet, die zwei gleiche Instrumente verband.

Es handelt sich bei der mantoura um eine aus Pfahlrohr hergestellte Einfachrohrblatt-Schalmei. Am oberen Ende wird durch einen Schnitt von unten nach oben eine (idioglotte) Zunge eingeschnitten. Das obere Ende, das mit einem Fruchtknoten abschließt, wird beim Blasen mitsamt dem Rohrblatt von der Mundhöhle umschlossen. Auf der Vorderseite sind vier oder fünf Grifflöcher gebohrt oder eingebrannt.

Zur Herstellung des Instruments vgl. das Video von Lutherie Athanasios Loukopoulos.

Lo 124

Kreta, 1980er Jahre (?)

Länge 18,6 cm

Töne (ca.): gis1, h1, cis2, dis2, fis2, gis2.

Verzierung: rote und grüne Linien (Filzstift)

Herkunft: Nachlass Thomas Loelgen (Tübingen), 2011.

Ch 21

Kreta, 1980er Jahre

Länge 22,9 cm
Rohrdurchmesser 1,7 cm
Zungenabschnitt dünn angeschnitten, Ansatz brüchig
Distanzen
Zunge bis Rohrende 19,9 cm
bis Mitte Griffloch
1: 14,4 cm
2: 12,3 cm
3: 10,2 cm
4: 8,0 cm
5: 5,5 cm
Zunge spricht nicht an

Verzierungen mit Filzstift (rot und grün): Ornamente und Delfin

Herkunft: Schenkung Michael Christof (Ochsenfurt), 11. Dezember 2025


Zur Herstellung des Instruments vgl. das Video von Lutherie Athanasios Loukopoulos.

Literatur: Curt Sachs, Real-Lexikon der Musikinstrumente, Berlin 1913, S. 253. – R. Conway Morris: Mandoura, in: Laurence Libin (Hg.): The Grove Dictionary of Musical Instruments. Band 3, Oxford u. New York 2014, S. 389.

{ow; 2020-03-14/2026-02-23}