Intern
Institut für Musikforschung

Bandurria – De 426

Madrid um 1860 (?)

Herstellerzettel: [zentral] "VDA. E HIJOS DE GONZALES | [darunter] Calle de Cadiz n° 9. | MADRID | AÑO DE 18__ [freigelassen für handschrifttlichen Eintrag, freigelassen] | [im Halbrund oben] Premiado por la Sociedad Matritense en 1866 Y en la Exposicion de Zaragoza de 1868 | [unter dem zentralen Herstellernamen] PREMIADO CON LA MEDALIA DE 1. CLASE EN LA EXPOSICION UNIVERSAL DE PARIS DE 1867 | [oben] GUITARRERIA UNIVERSAL."

Der Zettel ist über einen älteren geleimt, der den gleichen Rand zu haben scheint. Er wurde möglicherweise nach 1868 anlässlich einer Reparatur angebracht. Das Instrument stammt daher wahrscheinlich von vor 1868.

Bei der Darstellung einer Paartanz-Szene mit Temperafarben auf der Decke handelt es sich vermutlich um eine Verzierung des 20. Jahrhunderts. Sie wurde aufgebracht, als das Instrument noch mit Saiten bezogen war. Der Bereich zwischen Griffbrett und Steg ist ausgespart. Dargestellt ist ein Blickkontakt aufnehmendes Paar im oberen Register seitlich der Schalllöcher und einer Tanzszene im Register unterhalb des Stegs.

LBT 58 x 24,5 x 8 cm
Saiten: 12, 6 Doppelchöre
Mensur: 26 cm
12 Bundstäbchen aus Neusilber

Für eine andere Bandurria von Hijos de Gonzales vgl.: Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig, Inv.-Nr. 4718

Literatur: Juan J. Rey und Antonio de Navarro: Los instrumentos de púa España: bandurria, cítola y laúdes españoles, Madrid 1993. – John M. Schechter/Mauricio Molina: Bandurria [mandurria], in: Laurence Libin (Hg.): The Grove Dictionary of Musical Instruments, second edition, Oxford und New York: OUP 2014, Bd. 1, 220.

Herkunft: Dr. Marion Franz und Fritz Degel (Blieskastel), 2019.

{ow; 2022-10-17}