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Institut für Musikforschung

Kretische Lyra – De 571

κρητική λύρα, Kreta, 20. Jh.

Die Kretische Lyra ist eine gestrichene Schalenhalslaute, die senkrecht gehalten und auf dem Oberschenkel abgestützt wird. Sie hat drei in Quinten gestimmte Saiten und ein bundloses Griffbrett. In ihrer Birnenform ist sie ein Abkömmling der byzantinischen Streichlauten aus dem 10. Jahrhundert, ähnlich der türkischen Fasıl kemençe, der bulgarischen Gadulka, der dalmatinischen Lirica oder der italienischen Lira calabrese. Die Lyra findet sich vor allem auf den Inseln Kreta und Dodekanes. Sie wird zum Gesang in Ritornellen gespielt, begleitet von der Langhalslaute Laouto. Das Ensemble besteht meist aus Männern.

Keine Herstellersignatur

LBT 56 x 18 x 6 cm

Steckwirbel nicht original, zuvor wahrscheinlich andere Mechanik (wohl Gitarrenwirbel).

Bogen fehlt.

Herkunft: Stiftung Fritz Degel (Blieskastel), Juli 2021

Das Instrument wurde in der Ausstellung MUS-IC-ON! Klang der Antike 2019-2020 im Martin von Wagner Museum gezeigt.

{ow; 2021-12-21}