Hasapi, Sumatra (Indonesien) – Ch 9, De 112, De 119, De 124, De 125, Fos 33
Hasapi, auch (regional unterschiedlich) kacapi, hapitan, kulcapi. Im malaiischen Kulturraum sind verschiedene Instrumente unter verwandten Namen verbreitet: kecapi, auch sapeh für bootsförmige Lauten (vgl. De 110); kacapi/kecapi für die Kastenzither Westjavas; bei den Gayo in Aceh auf Sumatra heißt eine Röhrenzither (canang) kacapi. Der Name kommt möglicherweise von der indischen kacchapi vina. Der Name steht mit kaččha (Sanskrit) bzw. kaččhapa (Bengali) in Verbindung. Gemeint sein könnte damit die Mahagoni-Art Cedrala tuna (aus der u.a. die Sitar gebaut wird; Sachs 1923, 126). – Unter der Annahme eines griechischen Einflusses über das altindische Gandhara-Reich auf die indischen Lauten könnte das altgriechische Wort cheloni (Schildkröte = Resonator) für Zupfinstrumente allgemein Pate gestanden haben. Die Bedeutung ist vielleicht auf das altindische Wort kacchapa übergegangen, Schildkrötenresonatoren sind in Indien allerdings nicht nachweisbar (Simon 1985, 115).
Bei den hier abgebildeten Instrumenten handelt es sich um Zupflauten der Batak, einem (indigenen) Volk im Norden der indonesischen Insel Sumatra um den See Toba. Früher hatte die Laute eine Rolle in der Zeremonialmusik, heute dient sie der Unterhaltung oder bildet einen Teil des Begleitorchesters im Wandertheater Opera Batak.
Resonator und Hals sind aus einem Stück Holz gearbeitet, auf der Rückseite befindet sich ein schmales, langes Schallloch. Die Decke wird abgetrennt und nach Abtragung des Resonanzraums wieder aufgeleimt. Die Länge der Instrumente variiert zwischen 50 und 95 cm. De 119 bildet mit einer Gesamtlänge von 133 cm und einem besonders aufwendig gestalteten Schnitzwerk über den Wirbeln eine Ausnahme.
Ch 9
LBT 79,8 x 10,1 x 5,5 (Korpusseits, bzw. gesamt: 9) cm
Mensur 45,5 cm
Hockerfigur über den Wirbeln
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Herkunft: Michael Christof (Ochsenfurt), Januar 2025
De 112
LBT 92 x 11,5 x 10
2 Saiten
Mensur 45
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Schallöffnung hinten
geschnitzer Kopf mit Vogelmotiv
Herkunft: Dr. Marion Franz und Fritz Degel (Blieskastel), Juli 2021
De 119
LBT 133 x 13 x 17,5 cm
Mensur 47,5
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Figürliche Darstellungen von Menschen und Tieren im Wechsel. Die reiche Schnitz-Verzierung weist wohl auf einen touristischen Hintergrund.
Das Instrument war Objekt in der Ausstellung "Musical Animals & Instruments" zum ISGMA Symposium XII, Kleine Galerie neben dem Toskana-Saal, Würzburger Residenz, September 2023.
Herkunft: Dr. Marion Franz und Fritz Degel (Blieskastel), Juli 2021
De 124
LBT 57 x 8 x 3,5 cm
2 Saiten
Mensur 40 cm
Abschluss über dem Wirbelkasten: Vogelkopf über Menschenkopf. Reich beschnitzte Decke und Korpus.
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Herkunft: Dr. Marion Franz und Fritz Degel (Blieskastel), Juli 2021
Literatur: Curt Sachs: Die Musikinstrumente Indiens und Indonesiens, zweite Auflage, Berlin und Leipzig: De Gruyter 1923, 125-6, 135-7. – Artur Simon: The Terminology of Batak Instrumental Music in Northern Sumatra, in: Yearbook for Traditional Music 17 (1985), 113-145. – Margaret J. Kartomi: Art. Hasapi, in: Laurence Libin (Hg.): The Grove Dictionary of Musical Instruments, 2nd. ed., Oxford und New York: OUP 2014, Bd. 2, 634.
Link: Nelly Andon, "Batak, the amazing instrument" (produced for www.connect-indonesia.org, 2014, Youtube).
{ow; 2022-02-04}



