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Institut für Musikforschung

Station 9: Mainfrankentheater: Musiktheater

Herzlich Willkommen am Mainfranken Theater Würzburg! Vor uns liegt eine Theater- und Musikspielstätte, die eine über 200-jährige Geschichte mit unvergesslichen Momenten und vielen Wandlungsprozessen hinter sich hat. Reichsgraf Julius von Soden hat im Jahre 1804 das erste Würzburger Theaterhaus eröffnet. Prominente musikalische Persönlichkeiten wie Richard Wagner und Richard Strauss waren hier tätig. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Theatergebäude vollständig zerstört. Doch die Theaterfreude in Würzburg war ungebremst. Bereits 1946 fanden wieder erste Aufführungen statt, zunächst noch in der Turnhalle des heutigen Matthias-Grünewald-Gymnasiums. 1966 öffnete mit einem Neubau an der Stelle des ehemaligen Ludwigsbahnhofes das „Neue Würzburger Stadttheater“ seine Tore. Mit einer Mischung aus klassischem und modernen Opernrepertoire, sinfonischen Konzerten, Kammermusik und Theaterspiel bietet das Mainfranken Theater heute ein vielfältiges Angebot für Musik- und Theaterbegeisterte.

Die Gerüste, Planen und Absperrungen verraten, dass sich das Haus momentan im Umbau befindet. Seit August 2018 wird das Theater umgebaut, um ab der Saison 2022/23 als sechstes bayrisches Staatstheater neueröffnet zu werden. Die Bühnentechnik, Innenräume und Fassaden des Theaters werden grundlegend modernisiert und erneuert und eine Gastronomie wird im Erdgeschoss einziehen. Das Highlight der Sanierung bildet das „Kleine Haus“ als neue Spielstätte, welche Platz für rund 330 Zuschauer bietet und einen Raum für vollkommen neue Theateraufführungen in Würzburg schafft.

Bis der Umbau abgeschlossen ist, dient die „Theaterfabrik Blaue Halle“ in der Würzburger Dürrebachau als Interimsspielstätte. Hier finden zahlreiche Vorstellungen, wie zum Beispiel eine ganz besondere Inszenierung von Händels „Rinaldo“ statt. Die Atmosphäre hier in der Interimsspielstätte ist ganz besonders. Da der Platz der Fabrikhalle sehr begrenzt ist können zwar leider keine größeren Produktionen mit großem Orchester und Chor umgesetzt werden, aber die Atmosphäre der Fabrikhalle lässt durch den relativen kleinen Raum ein intimes Theatererlebnis entstehen. Ein Nebeneffekt des begrenzten Platzes ist es zum Beispiel, dass sich die Sanitäranlagen im Backstage-Bereich befinden und Besucher*innen so auf den Weg dahin einen Einblick in die Garderoben und Masken erhaschen können.

Während der Corona-Pandemie musste das Mainfrankentheater, und damit auch die Blaue Halle, wie viele andere Kultureinrichtungen leider länger schließen. In dieser Zeit waren die Künstler*innen jedoch nicht untätig, sondern bot dem Publikum ein Onlineprogramm an, wie zum Beispiel den Opern-Film „Der arme Matrose“ oder „Sonntagsmusik“. Seit Juni2021 darf das Mainfrankentheater wieder unter höchsten Hygieneanforderungen und begrenztem Publikum spielen.

Die Arbeiten am Hauptgebäude soll bis zur Spielzeit 2022/23 beendet sind. Sobald die Sanierung abgeschlossen ist, können Sie im neuen Mainfranken Theater, das dann den Status des Staatstheaters trägt, auch wieder die großen Opernklassiker und Sinfoniekonzerte besuchen. Das Würzburger Theater bildet einen kulturellen Mittelpunkt der Stadt und bietet Freunden der Klassischen Musik und des Theaters Spielzeit für Spielzeit ein umfangreiches Angebot an Vorstellungen.

Weiterführend Infos: https://www.mainfrankentheater.de/

Recherche und Text: Tobias Reif und Andreas Rottmeier