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Institut für Musikforschung

Rebab, Indonesien – De 412, Fos 48

Die indonesische Rebab ist eine zwei-, manchmal dreisaitige Stachelfiedel, die in Indonesien und Malaysia in der höfischen Musik des Gamelan und in der Volksmusik gespielt wurde. Im Gamelan ist der Rebab-Spieler gewöhnlich der Leiter. Ferner werden Rebabs im Norden von Sumatra, in Teilen Borneos und in Sulawesi zur Gesangsbegleitung gespielt.

Mit rabāb verwandte Bezeichnungen für Streichinstrumente, die auf den arabischen Wortstamm r-b-b zurückgehen, sind von den Ländern des Maghreb bis Ozeanien weit verbreitet. Der Name rabāb für ein Streichinstrument taucht zum ersten Mal bei al-Farabi in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts auf. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Lehnwort aus dem persischen Raum, von wo die arabische Musik gestrichene Lauten übernommen haben dürften (Maraqa 2025).

Die beiden Instrumente repräsentieren den Typus der zentral-javanischen Rebab, deren besonderes Merkmal die zwei langen Flankenwirbel darstellen, die "zusammen mit dem Hals an die Rah eines Segelschiffes erinnern" (Varsány 1996, 100).

De 412

Indonesien, 20. Jh.

LBT 106 x 19 x 7 cm
Hals, Stachel und Korpus aus Mahagoni
Decke aus Fischhaut
Rote Tucheinfassung um den Holzkorpus mit goldenen Bordüren

2 lange Flankenwirbel
2 Saiten, Mensur: ca. 42 cm

De 412 b: Bogen

Herkunft: Stiftung Fritz Degel (Blieskastel), Juli 2021

Fos 48

Indonesien, um 1900 (?)

LBT 121,5 x 18,0 x 8,0 cm
Hals und Stachel aus gedrechseltem Elfenbein
Länge Stachel 23,5 cm
Länge Hals: Teil 1: 15,2 cm, Teil 2: 22,7 cm, Teil 3: 7,2 cm
Teil 2 und 3 mit Holzgewinde vebunden
Wirbelstück, Länge 9,5 cm
Kopfstück, Länge 7,0 cm (oben gebrochen)
Spitze , Länge 17,6 cm

Korpus aus Hartholzschale
Fellbespannung
Seitlich mit Samt ummantelt
Hinten Tasche für Kolophonium

Steg fehlt
Saitenanhang-Stäbchen mit an Garn befestigten Stahlsaitenresten

Fos 48 b: Bogen aus Mahagoni

Herkunft: Bengt Fosshag (Rüsselsheim), 9. März 2026

Literatur: András Varsány: Lauteninstrumente in Südostasien, in: Lars-Christian Koch und Raimund Vogels (Hg.): "mit Haut und Haar". Die Welt der Lauteninstrumente. Begleitbuch zur Sonderausstellung im Linden-Museum Stuttgart, Stuttgart 1996, 97-109. – Margaret J. Kartomi: 2. [Spike fiddles] (ii) Southeast Asia, in: Laurence Libin (Hg.): The Grove Dictionary of Musical Instruments, 2nd ed., Oxford und Ney York: OUP 2014, Bd. 4, 206-207. – Salah Eddin Maraqa: The Origin of the Rabāb Reconsidered on the Basis of Early Arabic and Persian Literary and Lexicographical Sources, in: Thilo Hirsch, Marina Haiduk und Thomas Gartmann (Hg.): Rabab, Rubeba, Rubāb. Fellbespannte Streichinstrumente im historischen und kulturellen Kontext, Baden-Baden: Ergon 2025, 15-39.

{ow; 2026-05-16}