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Institut für Musikforschung

Kobys/Qobuz, Kasachstan – De 155, Fos 46

Kobys, auch qobyz (kasachisch қобыз), ist eine gestrichene paddelförmige Schalenhalslaute in Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan, für die kirgisische Variante Kyl Kijak vgl. De 458. Bei beiden Instrumenten auf dieser Seite handelt es sich um moderne Bauformen, bei denen der obere Teil des Resonators mit einer Holzdecke mit Schallöffnungen veraschlossen ist. Beim traditionellen kasachischen Instrument ist der obere Teil des Resonators offen. Der Instrumententyp lässt sich zu frühen Instrumenten der Kumanen im Spätmittelalter zurückverfolgen (Lymanets cobuz, vgl. Khodzhaniiazov 2025). Laut Grove (2014) spielten nur noch die seminomadischen Usbeken der Surkhandarya-Kashkadarya-Region das Instrument. Es ist verwandt mit der mongolischen khiil.

Fos 46

Qobuz, Ulanbataar, Mongolei, 1975

LBT 65,5 x 16,8 x 7,0 cm
L Korpus 32,7
Hautdecke 17,7
Holzdecke 15,0

2 Saiten
Schwarze Rosshaarbündel

Bogen fehlt

Herkunft: Bengt Fosshag (Rüsselsheim), 9. März 2026

De 155

Kasachstan, 20. Jh.

LBT 61 x  19,5 x 10 cm

Unterer Teil des Resonators mit Membran bespannt, oberer mit Holzdecke und Schalllöchern

4 Saiten aus Stahl

Bogen fehlt

Herkunft: Dr. Marion Franz und Fritz Degel (Blieskastel), Juli 2021

Literatur: (Red.): Qobuz, in: Laurence Libin (Hg.): The Grove Dictionary of Musical Instruments, 2nd ed., Oxford und New York: OUP 2014, Bd. 4, 197. – Ihor Khodzhaniiazov: Cobuz Cumanicus. Reconstructing the Instrument, in: Thilo Hirsch, Marina Haiduk und Thomas Gartmann (Hg.): Rabab, Rubeba, Rubāb. Fellbespannte Streichinstrumente im historischen und kulturellen Kontext, Baden-Baden: Ergon 2025, 319-328.

{ow; 2023-01-05/2026-05-15}