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    Institut für Musikforschung

    Klappenhorn/Kenthorn in C (Michael Saurle, München um 1820) - R 44


    Michael Saurle, München. Um 1820. Die Signatur ("Michael Saurle in München") ist in den Stürzenkranz graviert. – Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Michael Saurle (1772–1845) der führende Blechblasinstrumentenbauer in der bayerischen Hauptstadt München. – Zur Annahme der Ventile und Klappen im frühen 19. Jahrhundert vgl. Erich Tremmel: "Die Annahme der neuartigen Klappen- und Ventilblechblasinstrumente in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts", in: Wissenschaftliches Jahrbuch der Tiroler Landesmuseen 3 (2010), S. 115–121. [PDF]

    Das Instrument weist eine Bügelhornform, eine trompetenartig gewundene Form auf. Das dreiteilige Rohr besteht aus Rot-Tombak (eine Kupfer-Zink-Legierung), das Mundrohr und der Stürzenkranz sind aus Messing. In die aufgelötete Messing-Kranzborte ist ein Punktmuster eingeschlagen. Rohrlänge: 118,2 cm; größte Höhe des Instruments: 41,8 cm. Messingmundstück wohl nicht original. Vgl. Thomas Jürgen Eschler, Die Sammlung historischer Musikinstrumente des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Erlangen-Nürnberg, Wilhelmshaven 1993, S.16 f.

    Parallel zur Rohrachse besitzt das Horn sechs Klappen, die bis auf die offene H-Klappe alle geschlossen sind (diese konnte jedoch durch eine Stellschraube fixiert werden). Die messingnen Klappendeckel sind rund und flach, die Polsterung aus Leder, ist direkt an den Deckel geleimt. Die Belederung der H-Klappe ist neueren Datums. Die Klappennamen sind in die Deckel eingraviert:

    F (im Bogen, linke Hand, Fingerseite)

    E (auf dem Bogen, linke Hand, Daumen)

    B | Es (rechts, Daumen)

    A | D (rechts, Zeigefinger)

    Cis | Gis (rechts, Ringfinger)

    H-Klappe ohne Gravur (rechts, kleiner Finger)

    Vergleichsinstrumente: Münchener Stadtmuseum, Musikinstrumente, Inv.-Nr. MUS-42-30. Germanisches Nationalmuseum, Inv.-Nr. MIR 57; Händel-Haus Halle, MS-271 (hier ohne Abb.); Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck, Musiksammlung, Inv.-Nr. 226 (Abb. in Tremmel, "Annahme" s. o.); University of Edinburgh, MIMO (UEDIN 6098).