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    Institut für Musikforschung

    Klarinetten – R 39 und R 40

    Klarinette in As (Max Stiegler sen., München um 1820) - R 40

    Klarinette in As (R 40) – Max Stiegler senior (1784–1858), München, um 1820. Schlagstempel: "[aufrechtstehender Löwe] | STIEGLER | MÜNCHEN | [fünfzackiger Stern] auf der Birne; auf dem Mittelstück, oberhalb des ersten Profilrings und auf dem Unterstück, unterhalb der gis-Klappe. Auf der Stürze derselbe Schlagstempel, aber statt dem Wort "STIEGLER" das Wort "MÜNCHEN". Zwischen dem 4. und 5. Griffloch ein fünfzackiger Stern.

    Sechsteiliges Rohr aus Buchsbaum. Schnabel aus Ebenholz. Bohrungsverlauf bis zum Unterstück hin zylindrisch, ab der e-Klappe sich zur Stürze hin erweiternd.

    Gesamte Rohrlänge: 38,6 cm, tiefster spielbarer Ton: c' (Griff e).
    (1) Schnabel: 4,64 cm
    (2) Birne: 3,38 cm
    (3) Mittelstück: 10,46 cm
    (4) Herzstück: 5,94 cm
    (5) Unterstück: 7,87 cm
    (6) Stürze: 6.31 cm
    Durchmesser am
    Ende des Schnabels: 1,14 cm
    Anfang des Mittelstücks: 1,04 cm
    Ende des Herzstücks: 1,01 cm
    Ende des Unterstücks: 1,70 cm.

    Stürze (mit an der Schallöffnung stehengelassenem Rand, Zapfenbelag aus Faden):
    Durchmesser der Schallöffnung am Innenrand: 4,02 cm
    Durchmesser der Schallöffnung am Außenrand: 5,63 cm

    Wülste: zwei kantige Profilringe am Anfang des Mittelstücks (Klappenlagerung der zwei hohen Klappen). Wulst am Anfang des Unterstücks (Klappenlagerung der drei tiefen Klappen).

    Zwei profilierte Ringe aus dunklem Horn am Anfang des Herzstücks und am Anfang der Stürze. Drei flache. nicht profilierte Ringe, ebenfalls aus dunklem Horn, am Anfang und Ende der Birne, sowie am Anfang des Unterstücks.

    Grifflöcher: Ein hinterständiges am Mittelstück für Finger (links 1), oberhalb des ersten vorderständigen Grifflochs liegend. Sechs vorderständige Grifflöcher in gerader Reihe. 1–3 auf dem Mittelstück für Finger (links 2–4). 4–6 auf dem Herzstück für Finger (rechts 2–4). 1 seitlich in die Wandung des Wulstes gerade gebohrtes Griffloch für Finger (rechts 5).

    Fünf Klappen (alle parallel zur Rohrachse). Bis auf die offene e-Klappe alle übrigen Klappen geschlossen. In der Reihenfolge vom Schnabel zur Stürze für:
    gegriffen - b' (links 1 ), am Mittelstück
    gegriffen - a' (links 2), am Mittelstück
    gegriffen - gis (rechts 5), am Unterstück
    gegriffen - fis (links 5), am Unterstück
    gegriffen - e (links 5), am Unterstück

    Klappenlochrand der b1-Klappe mit einer Messinghülse erhöht.

    Deckel aus Messing, viereckig und flach. Der Deckel der gis-Klappe mit dem Fingerhebel aus einem Stück. aus Messing. Belag ursprünglich wohl Leder, an die Deckel mit Siegellack befestigt. Alle Lederbeläge fehlen jetzt.

    Fingerhebel aus Messing, an die Deckel gelötet. Die Hebel der e- und fis-Klappe langhebelig. Das Ende des Fingerhebels greift unter den Zwischenhebel der e-Klappe. Die Fingerplatten oval, die der e- und fis-Klappe sehr lang und breit und der Rundung des Rohres angepasst. Die Fingerplatte der gis-Klappe quer zur Rohrachse abgewinkelt. Federn aus Messing, die der b1-. a1- und gis-Klappe an den Fingerhebel genietet. die der fis- und e-Klappe an ihre Fingerhebel gelötet. Lagerung der b1- und a1-Klappe in den Profilringen; der gis- und fis-Klappe im Wulst. Die e-Klappe in einem zusätzlichen Bock am Ende des Unterstücks, der Wulst dient als Geleitbock. Achsenstifte aus Messing.

    Zubehör Schnabelschutzhülse aus Ebenholz.

    Provenienz: Aus der Sammlung Rück

    Vergleichsinstrument: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Inventar-Nr. MIR 433 (Bildindex [Bildarchiv Foto Marburg], altervativ MIMO [dort als Klar. in G]).

    Literatur: Eschler (1996), S. 40 und Abb. 12. Erich Tremmel: Blasinstrumentenbau im 19. Jahrhundert in Südbayern. Augsburg, 1993, S. 416.


    Klarinette in B (unsig., Anfang 19. Jh.) - R 39

    Klarinette in B (R 39) – unsigniert; Deutschland, Anfang 19. Jahrhundert

    Rohr aus Pflaume. Ursprünglich sechsteilig. Schnabel und Birne fehlen. Bohrungsverlauf bis zum Unterstück hin zylindrisch, ab der e-Klappe sich zur Stürze hin erweiternd. Rohrlänge: um 62 cm; tiefster spielbarer Ton: Griff: e, Klang: d. Rohrteile: Jetzt nur noch Mittelstück. Herzstück. Unterstück und Stürze vorhanden.

    Rohrteile (ohne Zapfen):
    Schnabel: 16,8 cm
    Birne: 8,9 cm
    Mittelstück: 12.2 cm
    Herzstück: 11,0 cm
    Unterstück: 1.42 cm
    Stürze: um 1.40 cm

    Fünf Klappen. Bis auf die offene e-Klappe alle übrigen Klappen geschlossen. In der Reihenfolge vom Mittelstück zur Stürze (in Klammem daneben der Fingersatz) für:
    gegriffen - b1 (links 1), am Mittelstück
    gegriffen - a1 (links 2), am Mittelstück
    gegriffen - gis (rechts 5),am Unterstück
    gegriffen - fis (rechts 5),am Unterstück
    gegriffen - e (links 5), am Unterstück.
    Alle Klappen parallel zur Rohrachse.

    Deckel viereckig und flach, mit Fingerhebel aus einem Messingstück. Der Hebel der fis-Klappe jetzt an den Deckel gelötet. Die
    Hebel der e- und fis-Klappe langhebelig. Das Ende des Fingerhebels greift unter den Zwischenhebel der e-Klappe. Fingerplatten länglich oval auslaufend und gewölbt. Die Fingerplatte der gis-Klappe quer zur Rohrachse abgewinkelt.

    Durchmesser der Schallöffnung am Innenrand: um 5,7 cm, am Außenrand: 7,6 cm

    Grifflöcher: Ein hinterständiges Griffloch am Mittelstück für Finger (links 1), oberhalb des ersten. vorderständigen
    Grifflochs liegend. Sechs vorderständige Grifflöcher. in gerader Reihe. 1–3 auf dem Mittelstück für Finger (links 2–4). 4–6 auf dem Herzstück für Finger (rechts 2–4). Eines seitlich in die Wandung des Wulstes schräg gebohrtes Griffloch für Finger (rechts 5).

    Schnabelschutzhülse aus Messing.

    Herkunft: Aus der Sammlung Ulrich Rück.

    ow {2016-02-28}