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    Institut für Musikforschung

    Tanzmeistergeige/Pochette (19 Jh.) - R 19


    Die Geige der Tanzmeister des 17. bis zum 19. Jahrhundert hat einen extrem schmalen Korpus und somit einen sehr dünnen Klang. Ihre Form gestattete es Tanzlehrern, eine Melodie zu spielen und dabei die Tanzschritte vorzuführen. Sie wurde in eingenähten länglichen Taschen im Rockschoß getragen.

    Die Pochette besteht aus einem bootsförmigen Stück Holz, dessen Oberteil aus Wirbelkasten, Hals und Griffbrett besteht. Der Resonanzkörper ist meist aus ausgehöhltem Nussholz, der durch eine Decke abgeschlossen wird.

    R 19: wohl nach Mitte 19. Jahrhundert. 3 Saiten.
    Signatur im Innern: nicht entzifferbar.

    Korpuslänge: 270 mm, Korpusbreite: 40–46 mm.

    Halslänge: 104 mm. Griffbrett aus gebeiztem Ahorn, flach. Wirbelkasten aus Ahorn, darauf vollbärtiger Männerkopf aus Pappmarché.Wirbel aus Buchsbaum, im Zentrum der Schmalseite mit einem Auge aus Ebenholz.

    Decke aus Birke, auf Pappe aufgeleimt, Wölbungshöhe 2 mm.

    Ahorn-Steg (1996 noch vorhanden) fehlt.

    Literatur: (Beschreibung) Eschler 1996, S. 56. – Allgemein: Claude Lebet, La pochette du maître à danser/ La pochette del maestro di danza/ The dance master's kit, [Florenz: Mattioli 1885] Parma: Fidenza 2014.

    {2015-07-27 ow}