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Deutsch Intern
    Institut für Musikforschung

    Teaching

    Fall semester 2022/23

    Neo-Riemannian Theories: Analysemethoden für erweiterte Tonalität von der Spätromantik bis zur Filmmusik

    Eine Vielzahl von harmonischen Phänomenen im ausgehenden 19. Jahrhundert bringt traditionelle Theorien von Harmonik in Erklärungsnot. Dies trifft insbesondere auf Beziehungen von Dreiklängen zu, welche nicht (nur) durch Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Tonart gestiftet werden. In dieser Veranstaltung wird die sogenannte “Neo-Riemannian Theory” eingeführt, ihre historischen Vorläufer diskutiert und ihre Anwendung auf ebendiese Problemfälle geübt. Über das romantische Repertoire hinaus (z.B. Franz Schubert, Richard Wagner, Hugo Wolf) werden wir auch Beispiele aus der Filmmusik (z.B. John Williams, Howard Shore) und neueren minimalistischen Richtungen (Nils Frahm, Hania Rani, Ludovico Einaudi) in den Blick nehmen.

    • Ort: CIP-Pool (Domerschulstr. 13, R 113)
    • Veranstaltung auf WueStudy
    • Termine:
      • 13.01.2023, 14-17 Uhr
      • 13.01.2023, 09-17 Uhr
      • 20.01.2023, 14-19 Uhr
      • 21.01.2023, 09-17 Uhr
    • Module:
      • BA: TON, SQ3, MUM, AES, ANA1, ANA2, FIB
      • MA: KT1, KT2, KT3, AE1, AE3, FR

    Music Memes: Quantitative Zugänge und Theorien zu kultureller Transmission von Musik

    Damit sich so etwas wie "Stil" herausbilden kann, müssen sich musikalische Ideen verbreiten können, sei es von Motiv zu Motiv innerhalb eines Stücks, von Komponistin zu Komponist, von Performer zu Zuhörern, oder durch Notations- oder Aufnahmetraditionen sowie Formen oraler Transmission von Musik. Ausgehend von dem Stilkonzept des amerikanischen Musikforschers Leonard B. Meyer und anknüpfend an jüngere Forschung im Bereich der kulturellen Evolution und Memetik werden wir verschiedene Studien rezipieren, welche zum Ziel haben, musikalische Transmissionsprozesse zu modellieren. Neben der kritischen Lektüren und Diskussion werden wir auch selbst einfache Modelle am Computer nachbauen, um sowohl ein tieferes Verständnis der theoretischen Voraussetzungen zu entwickeln als auch eigene praktische Erfahrungen zu sammeln.

    • Ort: CIP-Pool (Domerschulstr. 13, R 113)
    • Veranstaltung auf WueStudy
    • Termine:
      • 27.01.2023, 14-17 Uhr
      • 28.01.2023, 09-17 Uhr
      • 03.02.2023, 14-19 Uhr
      • 04.02.2023, 08-16 Uhr
    • Module:
      • BA: SQ3, MIK, MUM, ANA1, ANA2, PSO, SYS
      • MA: AE2, SP2, FR

    Spring semester 2023

    Musikalische Korpusforschung

    In den letzten Jahrzehnten hat sich die "Musikalische Korpusforschung" von einer Nischendisziplin in eine veritable Forschungsrichtung gewandelt. Der stete Zuwachs von digital(isiert)en musikalischen Daten sowie die Anwendung und Entwicklung von modernen Verfahren aus den Bereichen Informatik, Machine Learning und Data Science ermöglichen es nun, sowohl tradierte musikwissenschaftliche Fragestellungen in neuem Licht zu betrachten, als auch völlig neue Forschungsansätze zu verfolgen. Zudem ermöglicht es der allgemeine methodische Ansatz der Korpusforschung, traditionelle Grenzen innerhalb der Musikwissenschaft (historisch/systematisch/ethnologisch/...) zu überwinden, ohne jedoch die jeweiligen spezifischen Gesichtspunkte aus dem Blick zu verlieren. Dieses Seminar bietet einen grundlegenden Überblick und eine praktische Einführung in die Thematik. Anhand einer Reihe von Fallstudien sollen zentrale Themenbereiche und Methoden demonstriert, ausprobiert und kritisch reflektiert werden.

    Konzepte und Anwendungen der Pitch-Class Set Theory

    Kompositorische Verfahren der seriellen Musik (z.B. Zwölftontechnik) gründeten nicht nur auf einer neuartigen Auffassung von musikalischem Zusammenhang, sie setzten auch das Beschreibungs- und Erklärungspotential herkömmlicher Analysemethoden außer Kraft. Die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Rahn und Forte, zwei prominenten Vertretern der amerikanischen Musiktheorie, entwickelten Pitch-Class Set Theory stellt konkrete Konzepte bereit, mit denen sich atonale Kompositionen analytisch fassen lassen. In diesem Seminar werden wir die Grundbegriffe der PCST kennen lernen und sie analytisch erproben. Dabei wird deutlich werden, inwiefern sie auch sinnvoll für die Analyse tonaler Kompositionen angewandt werden können.

    Digitale Tools (nicht nur) für musikwissenschaftliche Projektarbeiten

    Wissenschaftliches Arbeiten, insbesondere musikwissenschaftliches Arbeiten, erfordert in zunehmendem Maße die Anwendung und Beherrschung digitaler Werkzeuge und Methoden. Diese reichen von kollaborativen Schreibumgebungen (GoogleDocs, HackMD, Overleaf) über Literaturverwaltungsprogramme (Zotero) bis hin zur Software zur Notation (MuseScore) und Analyse (SonicVisualizer) von Musik oder zur Versionierung von Hausarbeiten (Git) sowie Strategien zur Projektorganisation. Dieses Seminar führt eine Vielzahl von nützlichen Tools ein, welche uns bei unserer (musik)wissenschaftlichen Arbeit unterstützen können. Ziel ist es, einen souveränen Umgang durch praktische Anwendung zu erlangen und gleichzeitig einen kritischen Blick auf derartige Werkzeuge und ihre Vor- und Nachteile zu entwickeln.