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    Institut für Musikforschung

    I. Rudolf Reichelts „Feldaufnahmen“

    Sonrai njarka-Musik aus Gao/Mali (Mai 1961)

    Das im folgenden Beispiel zu hörende Instrument wurde als die gestrichene einsaitige Schalenspießlaute njarka (bzw. diarka, zarka) identifiziert. Njarka, bei den Djerma-Sonrai als goje bekannt, besteht aus einer halbierten Kalebassenschale. Die Öffnung wird mit Eidechsenhaut überzogen. Die Haut wird mit kleinen Metallnägeln oder Dornen der Wüstendattel (Balinites aegytica) befestigt. Der Hals des Instruments ist ein einfacher Holzstab (etwa. 75 cm), der vom Kinkéliba-Baum (Combretum micrantum) geschnitzt wurde. Der Hals wird etwa 3 cm unter der Öffnung in den Resonanzkörper gesteckt und kommt von der anderen Seite heraus. Er verläuft parallel zur Haut. Die Saite besteht aus Pferdehaar und wird an beiden Enden des Halses angebunden. Sie wird über einem auf der Haut ruhenden Steg aus Holz bespannt. Der Bogen ist ebenfalls aus Holz mit Pferdehaar bespannt. Der Klang der njarka ist charakteristisch hoch. Die Sonrai vergleichen ihren Klang mit dem Heulen. „Die njarka heult für alle Sonrai“ – so ein Spruch der Sonrai, deshalb ist sie ihr heiligstes Instrument. Vor allem wird die njarka neben der Kalebassentrommel gasi beim Besessenheitskult follay eingesetzt, welcher eine große Ähnlichkeit mit dem bori-Kult der Hausa aufweist. Der follay-Kult ist eine Hauptkomponente des animistischen Glaubens der Sonrai (vgl. Ibrahim Sanis Kommentar). Das folgende Beispiel ist jedoch in dem takamba-Genre. Es ist eine Sängerin zu hören, die von einem/r njarka-Spieler/in begleitet wird. Dabei wird auch geklatscht.

    Tam tam aus Gao/Mali (1961)

    Ein Tam tam anlässlich des Besuchs des malischen Präsidenten Modibo Keita zu Gao.

    Jugendchor aus Hombori/Mali (Mai 1961)

    Im Track 1 singen die Jugendlichen im Chor ein zeitgenössisches nationalistisches Lied auf eine alte Melodie in Begleitung von Trommeln und Klatschen. Das Lied klingt mit einem Tam tam aus. Dasselbe Lied, von einem Mädchen namens Toulaye Mania(?) interpretiert und in Begleitung von einem „Wunderkind der Musik“ namens Nassourou Bo(?) auf der hoddu, der dreisaitigen Binnenspießlaute der Fulbe, ist auf Track 3 zu hören (siehe Fulbe griots und hoddu-Musik aus Hombori). Auch hier endet das Lied mit einem Solospiel der hoddu. Auf Track 2 ist das berühmte Lied tamala tamala Maïga, tamala tamala Mali zu hören, ein Lied, das – dem Kommentar Ibrahim Sanis zufolge – das neue unabhängige Mali besingt. Es wird in der Ruf-Antwort-Form gesungen. Nach einem Zwischenspiel auf den Trommeln folgt auf das Lied tamala ein weiteres, das nicht einzuordnen war.


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