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    Institut für Musikforschung

    Die Konzertina-Spieler (Kurzbiographien)

    Ewald Adler wurde am 1. Mai 1932 in Creußen, Landkreis Bayreuth, geboren und lebte in Bayreuth. Er begann bereits mit neun Jahren bei Andreas Hader Unterricht im Konzertinaspiel zu nehmen. In dem zwei Jahre dauernden Lehrgang lernte er die Stücke vorerst nach Ziffernschrift, um sie später auswendig zu spielen. In seinem Repertoire führte Ewald Adler nach eigener Aussage rund 1000 Stücke, von denen einige bereits auch sein Vater gespielt hatte. Dieser war selber ein passionierter Konzertinaspieler. Adler musizierte weniger bei Tanzanlässen als vielmehr zur Unterhaltung im Freundeskreis, im Wirtshaus, bei privaten Anlässen und an Bürgerfesten sowie auch etwa beim Bayreuther Stadtball. Nach seiner Einschätzung wird das Konzertinaspiel zurückgehen, da es wegen seiner Wechseltönigkeit mühsamer zu erlernen sei als das Akkordeon. "Der Konzertina Ewald" wirkte unter anderem in einem Konzertina Duo aus Bayreuth und in einem Ländler Trio mit. Er starb am 21. November 2012. [o_o] "Ländler 1"

    Richard Baier  wurde am 31. Mai 1925 geboren und lebt in Hof. Mit der Mundharmonika hatte er sich schon früh für Harmonika-Instrumente begeistert. Mit dreizehn ging er bei Alfred Stöcker zum Unterricht. Stöcker war ein bekannter Konzertinaspieler aus Issigau und lehrte Konzertina Ende der 30er Jahre im letzten Jahrhundert. Richard Baier spielt auf einer zweichörigen A-Konzertina, einer vierchörigen A-Konzertina und auf einer dreichörigen B-Konzertina. Die beiden letzten Instrumente stammen von Alfred Arnold aus Carlsfeld. Baiers Spielrepertoire umfasst ca. 250 Titel, die zum Teil nach Ziffern-Vorlagen, zum Teil auswendig vorgetragen werden. Er spielt bei Geburtstagsfesten, bei Weihnachtsfeiern und in Seniorenkreisen. [o_o] "Capri-Fischer"

    Wilhelm Bauer,  geb. am 8. Oktober 1925, ist heute wohnhaft in Nürnberg. Er begann seinen Konzertina-Unterricht mit zwölf Jahren, da er nicht Geige lernen wollte. Nach dem rund 12 Wochen dauernden Lehrgang bei seinem Vater nach Ziffern und der Pörschmann-Schule (mit einem 110-tönigen Instrument von Alfred Arnold, Carlsfeld) begann er sich als Dreizehnjähriger jedoch besonders fürs Bandonion zu interessieren. Er spielt nach Ziffern-Vorlagen leichtere Stücke und zahlreiche Unterhaltungsstücke, die er auswendig kennt und bei verschiedenen privaten Anlässen und Vereinsfeiern zum Besten gibt. Das Bandonion spielt er oft zusammen in einem Ensemble, wobei zwei Klarinettisten und ein Tubaspieler ihn harmonisch und melodisch unterstützen. Wilhelm Bauer besitzt selber fünf Bandonions, zwei Konzertinas und eine Englisch Konzetina. Sein bevorzugtes Instrument bleibt jedoch sein dreichöriges Ilan-Bandonion, das er 1939 als Geschenk erhalten hatte. Nach dem Krieg spielte er Tanzmusik, vor allem auch bei den Amerikanern. Zwischen 1954 und 1998 musste er aus beruflichen Gründen pausieren. Seit 1990 spielt er allerdings wieder öfter bei privaten Feiern, Vereinsfesten und Geburtstagsfeiern. Zu seinem Repertoire gehören mehr als 1000 Stücke, die er zum Teil nach Ziffernschrift, nach mündlicher Überlieferung oder gelegentlich auch von alten Schelllackplatten gelernt hatte. Einzelne Titel bringt er auf diese Weise von neuem wieder in Umlauf. [o_o] "Zuger Ländler"

    Gerhard Birnstock lebte in Crimmitschau (Sachsen). Er stammte aus der Instrumentenbau-Familie der Firma Birnstock, die bereits 1888 von Ernst Birnstock (†1920) gegründet worden war. Geboren am 3. Mai 1921 begann er schon sehr früh im Alter von 10–12 Jahren das Konzertinaspiel. Er wurde im Spiel von seinem Vater auf Grundlage der Ziffernnotation angelernt. Fast alle Musiker lernten zu dieser Zeit die Praxis des Spielens nach Ziffern. Die Konzertina war in der Familie schon seit Großvaters Zeiten bekannt. Von seinem Großvater Ernst Birnstock sind auch noch Ziffern-Kompositionen überliefert, die der Enkel, Gerhard Birnstock, heute noch in seinem Repertoire führt wie zum Beispiel etwa der "Gruß aus Werdau" von 1866. Der Zwang zum Unterricht bewirkte jedoch zu Beginn bei dem Jungen keine große Lust zum Üben. Während des Krieges spielte er allerdings das Instrument regelmäßig und führte es sogar bis an die Front von Leningrad mit sich. Auch als er in russische Gefangenschaft kam, pflegte er bis 1949 das Instrument weiter zur Unterhaltung zu spielen. Sein Repertoire setzte sich zuletzt aus ungefähr eintausend Titeln zusammen. Die meisten dieser Stücke spielte Gerhard Birnstock jedoch nach Ziffern-Vorlagen, kaum oder selten "aus dem Kopf". Die Abnahme des Interesses an dem Instrument begründete er damit, dass es kaum mehr Instrumentenbauer gibt. Gerhard Birnstock starb am 2. März 2007.  [o_o] "Nächte von La Plata"

    Friedrich Bock  wurde am 21. Dezember 1912 geboren und gehörte zu den Veteranen des Konzertinaspiels. Er begann schon als kleiner Junge mit dem Konzertinaspiel, noch keine zehn Jahre alt. Sein Vater unterrichtete ihn im Spiel nach dem Gehör und "zeigte ihm, wie’s geht". Doch lernte er auch die Ziffernnotation, deren Vorlagen er bei Unterhaltungsanlässen benutzte. Mehrheitlich trug er seine Stücke, die ein Repertoire von über 100 Titeln ausmachen, auswendig vor. Friedrich Bock war in Ramsenthal, Landkreis Bayreuth, zuhause. Am 20. April 2011 ist er verstorben. [o_o] "Wenn die Alpen blühn"

    Franz Bunzel  lebt in Neustadt bei Coburg. Geboren am 7. September 1922, begann er mit dem Bandonionspiel im Alter von knapp 10 Jahren. Seine Vorbilder waren sein Vater und dessen Freund Walter Pörschmann, die beide Mitglieder eines Bandonionvereins waren. Er spielt seit 1934 im Bandonionorchester in Neustadt und hat sich alle Stücke ohne Lehrer selber angeeignet. Nach dem Krieg war er längere Zeit als Bandonionist und Posaunist in der Neustädter Tanzkapelle Bunzel tätig. Über die Jahre hinweg hatte er sich ein großes Repertoire angeeignet, spielte immer wieder im Verein auf, zur Unterhaltung im Freundeskreis oder bei privaten Feiern. Sein Hauptinstrument ist ein wechseltöniges Bandonion von Alfred Arnold (Carlsfeld). Ein bevorzugtes Stück ist eine Komposition nach Johann Strauß "Das Frauenherz" (Polka-Mazurka). Daneben spielt er gerne Tanzstücke und ältere Schlager wie "Aloha-oe". [o_o] "Alohahe"

    Bernd Cremmling  (geb. 1950) wurde 1981 durch die Unterrichtstätigkeit von Fritz Pasteryk angeregt, seinem langgehegten Wunsch nachzugehen und das Konzertina-Spiel zu erlernen. So nimmt er im Rahmen eines Volkshochschulkurses von Fritz Pasteryk ersten Konzertina-Unterricht in Weidenberg. Cremmling wurde 1950 in Wirsberg geboren und wohnt heute in Untersteinach. Als Kind hatte er bereits begonnen Akkordeon zu lernen, dies jedoch wieder aufgegeben. Seine erste Konzertina erwarb er bei dem für seine Restaurierungsarbeiten bekannten Georg Bauer. Cremmling besitzt etwa 20 Konzertinas, unter denen sich seiner Meinung nach rund 10 Instrumente guter Qualität befinden. Diese Instrumente repariert er aus Kostengründen eigenhändig, eine Fertigkeit, die er sich u.a. durch aufmerksame Beobachtung bei Georg Bauer selbst beigebracht hat. Er benutzt hauptsächlich Originalbauteile, die er auch durch das Ausschlachten älterer Instrumente gewinnt. Sein ganzer Stolz sind drei in komplizierter und liebevoller Handarbeit selbst gefertigte  Konzertinas, die durch ihre Liebe zum Detail bestechen. Er verwendete dazu selber entworfenen Baupläne, wobei ihm sein Beruf als Bauzeichner nützliche Dienste erwies. Cremmling konzertierte bereits öfter mit Haberstumpf, spielt jedoch hauptsächlich allein. Sein Repertoire erstellt er aufgrund traditioneller fränkischer Herkunft der Stücke sowie ihrer Tauglichkeit für Konzertina. Als Quelle dienen ihm hierzu alte Liederbücher, unter anderem von Andreas Hader, aus denen er Stücke in Notenschreibweise umsetzt. (Text: Tim Becker, Raphael Woebs)  [o_o] "Schwung-Walzer"

    Kurt Eichhorn  († 2009) wurde in Reichenbach (Vogtland) geboren. An seine Volksschulausbildung schloß er eine Lehre als Kfz-Mechaniker an. Ab 1940 mußte Eichhorn Kriegsdienst ableisten, der ihn in den nächsten 5 Jahren bis nach Rußland führen sollte. Aufgrund einer Verwundung wurde er kurz vor Kriegsende nach Nürnberg entlassen und geriet dort in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Diese verbrachte er 4 Jahre lang in Clermont-Ferrand (Frankreich).  
    Nach seiner Entlassung nach Hof übersiedelte Eichhorn nach Thüringen. Dort heiratete er und nahm seine Tätigkeit als Kfz-Mechaniker wieder auf. In den folgenden Jahren arbeitete er außerdem als Schweißer in einer Kühlschrankfabrik sowie als Musterbauer im Bereich Entwurf und Konstruktion. Nachdem er mit 65 Jahren in den Ruhestand getreten war, zog Eichhorn zurück nach Hof.
    In den Jahren nach dem Krieg spielte Eichhorn in einer 5-Mann-Kapelle Tanzmusik nach Noten. Zuletzt trat er als Alleinunterhalter auf, wobei er sich mehr auf das Improvisieren verlegen konnte. Er war bekannt dafür, daß er sich gerne zu eigenem Gesang begleitete. Bei Betriebs- und Vereinsfesten, sowie Kameradschaftsabenden war er ein gerne gesehener Musiker. Auch seinem Sohn konnte er die Begeisterung für die Musik mitgeben. Allerdings bedauert Eichhorn, daß junge Leute heutzutage nicht mehr so oft zu seiner Musik tanzen, sondern lediglich unterhalten werden möchten. Kleinere Reparaturen an seinem in Klingenthal gebauten Instrument führte Eichhorn selber aus. Um Gehörtes zum Nachspielen festzuhalten, entwickelte er eine eigene Art der Niederschrift. (Text: Tim Becker, Raphael Woebs)  [o_o] "Die neue Steuer" 

    Alfred Einsiedel  (geb. 1936) ist in Langenbach bei Hof aufgewachsen, wo er auch sein Zuhause hatte. Seine beruflichen Werdegang schloss er mit der Kfz-Meisterausbildung ab. Schon als kleiner Junge mit 12 Jahren wirkte er als Konzertinaspieler in der alten Langenbacher Jodler-Kapelle mit. Das Konzertinaspiel wurde ihm von Kind auf innerhalb seiner Familientradition beigebracht. Bereits sein Großvater, Vater und Onkel spielten auf der Konzertina. Instrumente waren für ihn immer erreichbar. Als Kind nahm er einmal in der Woche Unterricht bei seinem Lehrer Goller, von dem er meinte: „Das war ein Klassespieler!"  Einsiedels Repertoire stammte zum Teil aus der mündlichen Überlieferung seiner Familie und zum Teil aus dem Melodienschatz der Langenbacher Jodler-Kapelle, der er von 1948 bis 1953 angehörte. Er spielte die Konzertina im Ensemble von Geige, Klarinette, Trompete, Horn und Bass. Gelegentlich kam eine zweite Konzertina hinzu. Daneben machte Alfred Einsiedel eigene Stücke „aus dem Kopf". Diese waren meist Ländler und Walzer. Sein Repertoire umfasste einst an die 100-150 „bodenständige Volksmusikstücke". Daneben spielte er aber auch Tanzmusik: „vom Dichter und Bauer bis zum Kufsteinlied, vom Foxtrott, der in den 30er Jahren aufkam, bis hin zum Tango". Neben den traditionellen Tänzen und dem Rheinländer als Standardtanz bevorzugte die Langenbacher Jodler-Kapelle besonders auch bayerische und Schweizer Jodlermelodien. Man besaß in der Kapelle zudem einige Musiker-Handschriften, doch übernahm Einsiedel in der Regel die Stücke „rein nach dem Gehör". Man musizierte damals bis dreimal in der Woche in Gasthäusern und bei privaten Feiern. Später – ab 1963 nach einer Pause von nahezu zehn Jahren – trat Einsiedel vorwiegend als Einzelmusiker auf, manchmal noch in Begleitung eines Schlagzeugers, und pflegte mit seinen Darbietungen die Leute fast an jedem Wochenende, bei Hochzeiten, Kirchweihen und örtlichen Festen zu unterhalten. Am 21. August 2003 ist Alfred Einsiedel gestorben. (Text: Tim Becker, Raphael Woebs)  [o_o] "Rheinländer"

    Hans Grießhammer  wohnte in Dressendorf bei Goldkronach. Der Sohn eines Zimmermanns ist auf vielen Instrumenten zu Hause. Er spielt neben der Konzertina u.a. Geige, Klarinette, Saxophon und Akkordeon. Sein Cousin begeisterte den fünfjährigen Grießhammer für das Konzertinaspiel, in welchem ihn später sein Onkel ausbildete. Während der Schulzeit hatte er bereits ein Repertoire von etwa 100 Stücken, das er zu zahlreichen schulischen Anlässen darbot. So kam er auch zur Tanzmusik und spielte bis zu seinem 14. Lebensjahr auf Tanzfesten und Hochzeiten zusammen mit zwei Trompetern sowie zwei Geigern. Während des Krieges und der späteren französischen Gefangenschaft nahm er sich eigentlich vor, nie wieder ein Instrument in die Hand zu nehmen. Er überlegte es sich nach seiner Rückkehr jedoch schnell wieder anders. Zu verlockend war auch die Möglichkeit, in der Nachkriegszeit ein paar Mark dazu zu verdienen. Er spielte von nun an in verschiedenen Ensembles, darunter in der Kapelle Wagner, die mit einer Besetzung von bis zu 40 Mann aufwartete. Im Jahre 1948 heiratete er und gründete wenig später die "Kapelle Hans Grießhammer". Ein Zubrot mit der Musik zu verdienen, war in den ersten Jahren nach dem Krieg für ihn sehr wichtig. Auch seine Mitwirkung in anderen Ensembles führte ihn im Rahmen einer Tournee sogar bis nach Hamburg.  
    Grießhammer hatte als Jugendlicher bereits 400 Stücke im Repertoire, vor allem Schlager, die er sich aus Noten abschrieb. Zuletzt spielt er seine Konzertina noch mehrmals wöchentlich zusammen mit einer kleinen Besetzung. Am 31. Januar 2000 ist Hans Grieshammer gestorben. (Text: Tim Becker, Raphael Woebs)  [o_o] "Alter Bayerischer Ländler"

    Georg Haberstumpf und die Original Eggenreuther Stubenmusik  Georg Haberstumpf (geb. 1938) spielt die Konzertina seit seinem zehnten Lebensjahr. Der gebürtige Eggenreuther/Kulmbach hörte auf einer Hochzeit im Jahre 1948 den Brautvater spielen und war davon so beeindruckt, dass sein Vater sich nach langem Bitten gedrängt sah, in einem Tauschgeschäft seinem Sohn eine Konzertina anzuschaffen. Unterricht erhielt Haberstumpf nur ungefähr zehn Stunden, den Rest brachte er sich im Selbststudium bei. In den 70er Jahren ruhte aufgrund seines beruflichen Engagements das Instrumentenspiel, doch mit den 80er Jahren stieg er verstärkt wieder in das Auftrittsgeschehen ein. Im Jahre 1985 begann er sein Zusammenspiel mit dem Geiger Karl Zollfrank (geb. 1928) aus Schwarzach/Mainlaus. Nach Hinzukommen des Kulmbacher Kontrabassisten Bernhard Küfner (geb. 1925) entstand die heutige Besetzung der "Original Eggenreuther Stubenmusik", die sich sowohl bei Rundfunkaufnahmen, als auch zahlreichen Tourneen sowie Gastspielen auf Kärwas, Jubiläen und anderweitigen Festivitäten präsentierte.
    Vor dieser Zeit spielte Haberstumpf meist als Alleinunterhalter auf. Die Musik nimmt für ihn einen sehr wichtigen Platz im Leben ein: Nicht zuletzt lernte er anläßlich des 60. Geburtstag des Geigerkollegens Karl Zollfrank seine heutige Lebensgefährtin kennen. Haberstumpf spielt ausschließlich nach Gehör und hat etwa 300 Stücke in seinem Repertoire, von denen er sich viele aus Rundfunkaufnahmen herausgehört hat. Der mit Bernd Cremmling befreundete Musiker spielt nach eigenen Aussagen eher zur Unterhaltung als zum Tanz auf. (Text: Tim Becker und Raphael Woebs)   [o_o] "Bayreuther Schorschla (Schottisch)"

    Siegfried Jugel  wurde am 8. September 1943 geboren und wohnte in Chemnitz (Sachsen). Sowohl sein Großvater als auch sein Vater spielten Konzertina. Mit vier Jahren begann er auf der Konzertina seine ersten Spielversuche. Später nahm er für zweieinhalb Jahre Unterricht bei dem italienischen Konzertinaspieler Willi Ravanello. Gespielt wurde auf privaten Vereinsfesten, bei Hochzeiten, Geburtstagen und im engeren Verwandtenkreis. Jugels Repertoire auf der 128-tönigen Einheitskonzertina (in Has’scher Tonlage) umfasste ca. 500 Titel. Seine Stücke spielte er nach Ziffernvorlagen und Noten. Am 29. August 2005 ist Siegfried Jugel gestorben.
    [o_o] "Nächte von La Plata"

    Theo Knopf  wurde am 1. Februar 1935 geboren und ist heute in Bayreuth wohnhaft. Die Konzertina zu spielen, lernte er bereits mit acht Jahren, angeregt durch seinen Vater, der auch schon das Instrument nach Ziffernschrift beherrschte. Erst viel später, als Theo Knopf bereits 47 Jahre alt war, nahm er in Pegnitz bei Fritz Pastyrik Unterricht, um nach dessen Lehrkonzept nun auch nach regulärer Notenschrift spielen zu lernen. Knopf spielt heute teilweise nach Ziffernnotation, teilweise nach Noten oder einfach nach Gehör und auswendig. In seinem Repertoire führt er über 80 verschiedene Tänze, ältere Schlager und Spielstücke von Andreas Hader, wie etwa der Ostergalopp "Ds Madla von dr Gmaa". Theo Knopf komponiert auch eigene Stücke, wie etwa die bekannt gewordene Degelmann-Polka oder diverse Ländler und Walzer. Er bevorzugt unter seinen Instrumenten die vierchörige Haustein-Konzertina (in Es) sowie eine vierchörige Birnstock-Konzertina (in C) mit Tonabnehmer, da er ab und zu auch im Freien aufspielt. Er musiziert zur eigenen Unterhaltung oder zur Unterhaltung im Freundeskreis, im Wirtshaus, bei Tanzveranstaltungen und bei privaten Festen. Für die Beratungsstelle für Volksmusik des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege organisiert er zusammen mit dem Bezirk Oberfranken Konzertina-Lehrgänge, die inzwischen auf ein reges Interesse auch bei jüngeren Teilnehmern gestoßen sind.  [o_o] "Rennsteiglied-Oberfrankenlied"

    Fritz Pastyrik  (geb. 1918) wurde als Begründer einer eigenen Konzertina-Schule auch über die fränkische Region hinaus bekannt. In seiner Jugend erstanden seine Eltern trotz hoher Kosten eine Konzertina. Mit dieser im Rucksack unternahm Pastyrik wöchentlich einen 10 km langen Fußmarsch, um bei Andreas Hader Unterricht zu erhalten.
    1946 begann der gebürtige Pegnitzer mit der Ausbildung junger Konzertina-Spieler, die ihm bis zuletzt sehr am Herzen lag und zu seinen wichtigsten Aufgaben gehörte, wobei ihn seine ebenfalls musikbegeisterte Frau tatkräftig unterstützte. Im Laufe der Zeit bildete er zusammen mit Hans Schöffel aus Weidenberg über 70 Spieler aus. Im Rahmen seiner Unterrichtstätigkeit entstand eine mehrbändige Konzertina-Schule, die er aus individuell angefertigten Einzelblättern entwickelte. Eine besondere Leistung von Pastyrik war es, die Schule nicht in der für Konzertina üblichen Zahlennotation, sondern mittels der allgemein verwendeten Notenschreibweise zu erstellen. Diese Neuerung stieß zwar vor allem bei älteren Spielern auf einigen Widerstand. Aufgrund der überwiegend positiven Resonanz erschien jedoch schon bald eine zweite Auflage des Heftes. Auf diese Weise entstand auch eine Bandonion-Schule, die sich weltweiter Nachfrage erfreut.
    Mit einigen seiner Schüler gründete Pastyrik eine Konzertina-Gruppe von 10–12 Spielern. Bis heute zählen neben Rundfunkaufnahmen und zahlreichen Pressenotizen auch Fernsehaufnahmen des Bayerischen Rundfunks zu seinen Erfolgen. Aufgrund seines Unterrichts in Notenschreibweise wurde auch die Gründung eines Akkordeon-Orchesters unter Einbeziehung von Konzertina-Spielern möglich.
    Der in Pegnitz lebende Musiker bedauerte jedoch die zunehmende Hinwendung zum Akkordeon auf Kosten der "schöneren" Konzertina, die er aufgrund ihres Klangcharakters besonders liebte. Er widmete sich in seiner engagierten Jugendarbeit insbesondere dem Erhalt der fränkischen Konzertina-Tradition. Seine Schüler entstammen häufig einer Traditionslinie, in der auch schon Vater und Großvater Konzertina spielten. Frau Anna Pastyrik, die in Pegnitz einen Zitherverein leitete, begleitete ihren Mann oft auf einer Marktneukirchner Zither. Am 9. August 1998 ist Fritz Pastyrik gestorben. (Text: Tim Becker und Raphael Woebs)
    [o_o] "Herzpolka"

    Manfred Schill.  Der in Eckerdorf (Oberwaiz), Landkreis Bayreuth, beheimatete Manfred Schill wurde am 6. Juni 1936 geboren. Er begann mit dem Konzertinaspiel im Alter von 10 Jahren und lernte die Ziffernschrift, musste aber bald danach wieder aufhören, weil er keine eigene Konzertina mehr besaß. Sein Lehrer war damals Johann Schieber aus Eckerdorf. Doch erst im Alter von 50 Jahren kam er wieder auf das Instrument zurück und spielt nun bevorzugt zur Unterhaltung im privaten Freundeskreis sowie in Gasthäusern. Über sein Repertoire berichtet Manfred Schill, dass er mit Leichtigkeit zwei Tage lang spielen könnte, ohne sich je dabei wiederholen zu müssen. Zu seinen beliebten Stücken, die er auf einer vierchörigen Baro-Konzertina (B-Stimmung) ausführt, gehören "Der Uhraufzieher", ein Lied unbekannter Herkunft, das er von einem alten Rentner überliefert bekam sowie das neckische Lied im "Kapuzinerkloster", das er selber getextet hatte. [o_o] "Uhraufziehen"

    Holger Seiferth  (Abb. links) wurde am 24.12. 1977 geboren und ist in Gefrees, Landkreis Bayreuth, wohnhaft. Auf Anregungen aus seinem Bekanntenkreis begann er das Konzertinaspiel zu lernen, noch bevor er 10 Jahre alte war. Er nahm drei Jahre lang Unterricht bei Fritz Pastyrik, der für seine Schüler extra nach Weidenberg kam. Holger Seiferth spielt sowohl nach alten Ziffern-Vorlagen als auch nach regulärer Notenschrift. Er tritt zusammen im Duo mit seiner Schwester auf, die ihn auf der Konzertina begleitet. Das Duo setzt sich aus einer vierchörigen Birnstock- und einer dreichörigen Haustein-Konzertina (in A) zusammen. Bevorzugt spielt man Kompositionen von Fritz Pastyrik auf Volkstanzveranstaltungen oder zur eigenen Unterhaltung .   
    Simone Seiferth  (Abb. Mitte) wurde am 12. Januar 1974 geboren und spielt zusammen mit ihrem Bruder Holger meistens im Duo oder in einer Konzertinagruppe zusammen. Musiziert wird bei Volkstanzveranstaltungen und im Wirtshaus, an fränkischen Abenden, aber auch in der Adventszeit, an Weihnachten und gelegentlich auch im Rundfunk. Simone Seiferth spielt seit zehn Jahren auf einer dreichörigen Haustein-Konzertina. Ihrer Lehrer war Fritz Pastyrik, der jeweils zur Durchführung seiner Stunden nach Weidenberg kam. Simone Seiferth ist in Gefrees wohnhaft und spielt besonders gerne aus den 49 Tanzmelodien von Fritz Pastyrik.
    [o_o] "Fränkisch aufgspielt" (Polka)

    Helmut Spörl, geboren am 31. Mai 1966, begann mit 11 Jahren beim ehemaligen "Hauptlehrer" Ernst Wickel, der auch den örtlichen Gesangverein leitete und den Organistendienst in Langenbach versah, das Erlernen des Akkordeonspiels. Der Unterricht musste jedoch nach 2 Jahren abgebrochen werden, da Wickel wegzog und es keine Fahrgelegenheit in den Nachbarort gab. Es bestand daher nur die Möglichkeit, alleine weiter zu machen. Die Begeisterung für die Musik hielt an und neben einem längeren Abstecher zur Gitarre wurde 1978 im Posaunenchor Langenbach mit dem Trompetenspiel begonnen, dessen Grundkenntnisse ihm Hans Gebelein vermittelte. Von 1988 bis 1998 war er dort auch als Chorleiter tätig. 1982 trat er als 1. Flügelhornist (was mit dem Umlernen des bisherigen Griffsystems verbunden war) in die "Blaskapelle Geroldsgrün" ein. Es folgten erste Auftritte mit dem Akkordeon beim Langenbacher Feuerwehrfest. Schnell war auch ein Schlagzeuger (Manfred Völkel) gefunden, mit dem er heute (2014) noch zusammen unter dem Namen "Ölsnitz-Boum" auftritt. Nach dem Tod des Kapellmeisters Anton Engelhardt (1985) legte Spörl zahlreiche Musiker-Leistungsprüfungen (darunter das Leistungsabzeichen in Gold) sowie Ausbilder- und Dirigenten-Lehrgänge des Nordbayerischen Musikbundes ab und übernahm 1988 die Leitung der Geroldsgrüner Blaskapelle, die er ebenfalls heute noch innehat und auch die musikalische Ausbildung des Bläsernachwuchses durchführt.
    1984 trat er in die Fußstapfen seines ehemaligen Akkordeon-Lehrers und wurde ebenfalls Organist bei der Evang.-Luth. Kirchengemeinde in Langenbach.
    Schon immer hatte es ihm (aufgrund der am Wohnort Langenbach ansässigen bekannten Konzertinaspieler Alfred Einsiedel und Richard Spörl) auch die Konzertina angetan. Leider fand sich über 20 Jahre kein passendes Instrument. Durch Zufall ergab es sich, dass 2009 ein Konzertinaspieler-Lehrgang der ARGE Fränkische Volksmusik besucht werden konnte. In Kleinlosnitz vermittelte ihm Theo Knopf die ersten Grundlagen auf einem Leihinstrument. Trotz (oder auch wegen) der musikalischen Vorbildung fiel es ihm anfangs schwer, sich mit dem ungewohnten Griffsystem zurechtzufinden. Doch schon nach knapp zwei Jahren stellten sich erste Erfolge ein.
    Es ergab sich die Gelegenheit, das Leihinstrument gegen ein eigenes auszutauschen und sogar ein Instrument (dreichörige Konzertina in A des Herstellers Alfred Arnold) des weithin bekannten Siegfried Jugel zu erwerben. 2013 kam eine dreichörige Es-Konzertina (Hersteller Ernst Birnstock) aus dem Besitz des ebenfalls verstorbenen Herbert Schneider hinzu. Seit 2011 erfolgen regelmäßige Teilnahmen an den Konzertinaspielertreffen in Lichtenberg und Altenploß.
    Heute beherrscht er auf der sog. „Einheitskonzertina“ bereits ein Repertoire von ca. 170 Titeln der "echten Volksmusik", unter denen sich auch zahlreiche Stücke der „Alten Langenbacher Jodlerkapelle“, sowie Alfred Einsiedels befinden. Ins Programm werden laufend neue Stücke (auch Schlager usw.) aufgenommen – es überwiegen aber traditionelle, volkstümliche Weisen im Stil der Langenbacher Musiktradition – an der auch der 2006 aus familiären Gründen erfolgte Umzug nach Geroldsgrün nichts ändern wird. Nach gerade einmal drei Jahren Spielzeit konnte am 23. Mai 2013 schon bei Aufnahmen des Bayerischen Rundfunks (Wirtshauskonzert anlässlich einer ICTM-Tagung in Bamberg) mitgewirkt werden. Am 26. September 2014 folgte die Mitwirkung bei "Musik und Xang im Wirtshaus" in Schellenberg. Anfang 2015 wird der Bayrische Rundfunk 10 Stücke für das Radio-Volksmusikprogramm (Bayern 1, Bayern 2) aufnehmen.
    Auch in der eigenen Familie ist die "Konzertina-Lust" ausgebrochen. So lernen Ehefrau Gabriele und beide Söhne (Lukas und Andreas) bereits seit gut einem Jahr das Spiel auf der Einheitskonzertina. Da es hierfür keine Schulungsunterlagen gab, schrieb Spörl kurzerhand ein dreibändiges Schulwerk mit entsprechenden Liederheften. Wer sich für das Erlernen der Einheitskonzertina interessiert, kann auch Unterricht erhalten. (Helmut Spörl, 2014)

    Aufnahmen mit Helmut Spörl.

    Richard Spörl,  geb. am 19. Oktober 1946, lebt heute im Geroldsgrüner Ortsteil Langenbach, Landkreis Hof. Er kam schon mit neun Jahren zum Konzertinaspiel. Sein Vater, der "so ruhig spielte", animierte ihn zum Konzertinaspiel. Sein erstes Stück war "Die Schwarza Henn’". Mit 15 hörte er allerdings damit wegen der "Madla" auf und spielte Gitarre und Klarinette zusammen mit Nachbarn in einer "Rocker-Musik". Erst im Militärdienst kam er wieder auf die Konzertina zurück. Sein Repertoire umfasst ca. 50 meist bayerische und fränkische Stücke. Er tritt mit den Langenbacher Musikanten auf, spielt im Wirtshaus zur Unterhaltung, bei Volkstanz-Veranstaltungen und bei privaten Anlässen und auch zusammen mit seinem Sohn und Nachwuchsspieler Sebastian (geb. 1900).  [o_o] "A Madel, du wunderschöns Ding"

    Die Konzertina-Spielerinnen (Kurzbiographien)

    zusammengestellt von Georgina Charalampopoulou, Sommer 2014.

    [vgl. hierzu die Masterthesis von Georgina Charalampopoulou: Die Konzertina-Spielerinnen in Franken. Würzburg: Institut für Musikforschung, Universität Würzburg, 2014. Bericht in einBLICK – Das Online-Magazin der Universität Würzburg: Kein Instrument für Frauen].

    Paula Bendert  ist die Enkelin von Andreas Hader (1870–1954) und Tochter von Hans Hader (1908–1995) (vgl. dazu auch die Seite zur Haderschen Konzertina-Werkstatt). Sie ist sehr bekannt als Akkordeonlehrerin, aber auch für ihre öffentlichen Auftritte als Akkordeonspielerin bei verschiedenen Musikantentreffen sowie Kerwas und anderen Festen. Außer dem Akkordeon spielt sie auch Klarinette, Gitarre, Trompete, Saxofon, Schlagzeug, Hackbrett, Mandoline und Konzertina, was bisher nur im engsten Kreis ihrer Verwandtschaft bekannt war. Als sie sechs Jahre alt war, hat sie den Konzertina-Unterricht bei ihrem Großvater begonnen, was ihr Vater später jedoch verbot. Laut Bendert war der Grund dieses Verbots, dass ihr Vater nur im Akkordeon eine Zukunft sah. Ihr Konzertina-Spielrepertoire umfasst ungefähr 20 Stücke, die sie ausschließlich von den Musikanten ihrer Familie übernommen hat. Bei unserem Gespräch machte sie den Eindruck, dass sie tiefen Respekt vor ihrer Familie und vor allem vor den Ansichten der männlichen Mitglieder hat, was auch der Grund dafür sein kann, warum sie nie öffentliche Auftritte als Konzertina-Spielerin gegeben hat. Sie spielt Konzertina nur nach Ziffern und  hat auch einen Lied-Text geschrieben.

    Sabine Gräf stammt aus einer Familie, in der die Eltern Musikinstrumente (Akkordeon, "Schifferklavier" und Mandoline) spielten. 1984 hat sie an der Volkshochschule in Weidenberg angefangen, Konzertina bei Fritz Pastyrik zu lernen. 1987 wurde sie Mitglied der Konzertina-Gruppe Pastyrik und nahm an den gemeinsamen Proben in Pegnitz teil, die seit Fritz Pastyriks Tod bis heute in der Bibliothek in Bindlach durchgeführt werden. Als Mitglied dieser Gruppe nahm sie im Zeitraum zwischen 1992–2011 jährlich am Konzertina-Treffen in Altenplos teil. Seit 1990 spielt sie auch oft zu zweit mit ihrem Bruder, dem Konzertina-Spieler Holger Seifert, der auch Mitglied der „Konzertina-Gruppe Pastyrik“ ist. Die Geschwister Seifert haben 2004 eine CD mit dem Titel „Über Berg und Tal“ veröffentlicht. Frau Gräf spielt hauptsächlich Walzer und Schottische, die sie ausschließlich von Fritz Pastyrik übernommen hat. Zu ihrem Repertoire gehören heute zwölf Musikstücke. Sie spielt meist nach regulärer Notenschrift, kann aber auch nach der alten Ziffern-Notation spielen. Die Erziehung ihrer Kinder hindert sie in den letzten drei Jahren sowohl an der Teilnahme an den gemeinsamen Proben mit der Gruppe als auch an den Übungen zu Hause. Sie hofft, dass sie in zwei bis drei Jahren wieder mit der Gruppe gemeinsam proben und öffentliche Auftritte absolvieren kann. Sie gibt selbst keinen Konzertina-Unterricht, aber sie denkt daran, in Zukunft ihren Kindern Konzertina beizubringen. Ihre stilistischen Vorbilder sind ihre Lehrer Fritz Pastyrik und Theo Knopf.

    Sabine Gräf: "Ländlicher Walzer"

    Birgit Hächl arbeitet als Märchenerzählerin (vgl. Figura-Theater). Hächl spielt rudimentär Blockflöte und Konzertina. Sie hat zusammen mit ihrem Mann sehr viele Musikinstrumente gesammelt (Trommeln, Schlitztrommeln, Kalimba und Klangschalen), übt Obertongesang aus und macht oft gemeinsam mit anderen Menschen Musik durch einfaches Aufeinander-Hören. Ab 2008 fing sie in Bayreuth an bei Theo Knopf Konzertina zu lernen. Diese Entscheidung traf sie, nachdem sie einen "kleinen Konzertino" im Clown-Workshop in Bayreuth kennengelernt hatte. Ursprünglich wollte sie eine kleine eckige Konzertina spielen, um als Märchenerzählerin ihre Geschichte zu untermalen, sie spielt nun aber auf einer großen Konzertina. Unterricht nahm sie bis 2010, dem Jahr, in dem sie einen schweren Armbruch erlitt, der über 2 Jahre ihre Bewegungsfähigkeit einschränkte. Bis 2010 fühlte sich noch zu unsicher, um mit dem Instrument vor Publikum zu spielen. Sie plant mit ihrer Konzertina beim Märchen-Spiel Stimmungen und Situationen zu untermalen. Sie war froh, dass sie zum ersten Mal nach ihrem Unfall für diese Feldforschung eine Übung spielen konnte. 

    Ute Jahreiß: Die Trompete war das erste Musikinstrument, mit dem sie als Kind Kontakt hatte, weil es ihr Vater spielte. Jahreiß spielt heute sechs Instrumente: Trompete, Waldhorn, Akkordeon, Konzertina, Klavier und Orgel. 2003 hat sie die D-Prüfung an der Orgel bestanden (Kirchenmusiker mit Ausbildung im Kirchenkreis und Prüfung, früher „Hilfskirchenmusiker“ genannt). An all diesen Instrumenten außer der Orgel spielt sie nur fränkische Volksmusik und alte Schlager. Im März 2011 hatte sie über einen Bericht in der Frankenpost erfahren, wo Konzertina-Unterricht angeboten wird. Bis dahin kannte sie die Konzertina überhaupt nicht. Sie erfuhr, dass die "Beratungsstelle für fränkische Volksmusik" in Bayreuth Leihkonzertinas anbot, trat in Kontakt mit dem Konzertina-Lehrer Reiner Suttner und entschied sich, das Instrument zu lernen. Der Unterricht wird im Bauernhofmuseum Kleinlosnitz durchgeführt. Sie hat bereits ein Konzertina-Repertoire von 20 Musikstücken, das Ute Jahreiß ausschließlich durch Gehör erworben hat. Heute spielt sie auf einer zweichörigen G-Stimmung-Konzertina von A. Hader und als Konzertina-Spielerin hat sie schon zweimal an großen Konzertinatreffen in Altenplos und Kulmbach teilgenommen. Gerne würde sie in Zukunft Konzertina-Unterricht geben. Stilistische Vorbild sind für sie die "Fränkischen Straßenmusikanten". Sie möchte den Leuten mitteilen, dass man mit der Konzertina nicht nur Volksmusik, sondern auch andere Stilrichtungen spielen kann, deswegen sollten ihrer Meinung nach mehr Leute Konzertina lernen.

    Heidi Krodel  hörte als Kind gern Volksmusik und spielte Posaune. Heute spielt sie Konzertina und ist Mitglied eines Kirchenchors. Mit beidem hatte sie 2010 begonnen. Sie wollte sich mit der Konzertina beschäftigen, weil ihr Mann (Werner Krodel) auch Konzertina spielt. Sie spielen oft zusammen zweistimmige Lieder, bei denen sie meistens die zweite Stimme übernimmt. Die Krodels sind das einzige Ehepaar in Franken, von dem beide Partner zusammen Konzertina spielen. Sie bestzen 5 Konzertinas (G- und A-Stimmung) und werden noch eine kaufen um drei Duos bilden zu können. Beide sind Mitglieder der Trio-Konzertinagruppe “die Dachbodenmusikanten” – sie üben monatlich im Dachboden des Hauses der Familie Krodel. Die Trio-Gruppe, die seit Frühling 2011 existiert, spielt zu Geburtstagen, Weihnachtsfeiern und Seniorennachmittagen. Sie betrachten ihr Musizieren als Hobby und sie spielen immer ohne Gage und ohne Trachten. Frau Krodel hat Konzertina-Unterricht in Bayreuth bei Theo Knopf bekommen, von dem sie ihr Repertoire hat. Sie spielt nach Noten und Ziffern und zwar laut ihrer Aussage ungefähr 50–60 Musikstücke.

    Heidi und Werner Krodel: "Kerwaschottisch"

    Gerlinde Lang: Ihr Vater (Bauer und Metzger von Beruf) spielte fast sein ganzes Leben lang Konzertina, sein Bruder Klarinette. Als sie neun Jahre alt war, bekam sie zusammen mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder Konzertina-Unterricht vom Vater. Aufgrund des Altersunterschieds lernte sie aber nicht so schnell wie ihr Bruder, was ihr Sorgen machte. Zusätzlich war ihre Mutter der Meinung, dass die Konzertina ein altmodisches Instrument ist; deswegen hat Frau Lang schließlich "Schifferklavier" gelernt. Konzertina begann sie im Frühjahr 2009 zu lernen, nachdem sie von ihren Kindern ein Kuvert geschenkt bekam, das die Anmeldung zu einem Konzertina-Kurs enthielt. Sie wollte immer Konzertina lernen, hatte aber nicht den Mut gehabt, sich selbst dort anzumelden. 2009 begann sie in Kleinloschnitz bei Theo Knopf mit dem Konzertina-Unterricht. Ein Jahr später bekam Reiner Suttner die Stelle als Konzertina-Lehrer in Kleinloschnitz, mit dem sie den Unterricht fortführt. Seit 2010 ist sie auch Mitglied der Konzertina-Gruppe "berfegt semmer ned" ("Perfekt sind wir nicht"), einem rein instrumentalen Konzertina-Quintett, das aus vier Männern und einer Frau (zwischen 53 bis 69 Jahren) besteht, die alle aus Oberfranken stammen. Die  Gruppe musiziert beim Musikantentreffen in Kleinschloppen, dem Bauernkonzert in Altenplos, der Erkersreuther Musiknacht, dem Adventskonzert der katholischen Kirche in Schwarzenbach und im Altenheim. Gerlinde Lang hat schon sechsmal an einem Konzertinatreffen mit ihrer Gruppe teilgenommen (dreimal in Kleinschloppen und dreimal in Altenplos). Ferner ist sie seit 20 Jahren Mitglied einer Kabarettgruppe. Sie schreibt Texte, spielt und singt aber auch. Für die Konzertina komponiert oder textet sie nicht, sie singt auch nicht beim Spielen. Ihr Instrument, ein Erbstück aus dem väterlichen Nachlass, ist eine zweichörige Konzertina in A-Stimmung. Ihr Repertoire hat sie sowohl von ihren Konzertina-Lehrern als auch von Herrn Dörsch, dem Leiter der Gruppe "befegd semmer ned". Sie hat aber auch ein von ihrem Vater handgeschriebenes Buch, das ausschließlich in Ziffernnotation geschrieben ist und dessen letzte Eintragung aus dem Jahr 1958 stammt. Insgesamt spielt sie ca. 50 Stücke, und zwar Walzer, Foxtrott und Märsche. Sie spielt nach Ziffern-Vorlagen.

    Gerlinde Lang: "Wenn ich durch die Wälder streife" (Heimatlied vom Fichtelgebirge)
    Gerlinde Lang: "Wir sind vom Wald daheim" (Walzer)

    Kerstin Meyer hat die Familie, in der sie aufgewachsen ist, als eine fast a-musikalische Familie bezeichnet, in der niemand Musik hörte, spielte oder sang. Als sie elf Jahre alt war, wollte sie ein Musikinstrument lernen und bekam sie eine Melodika. Zwei Jahre später fing sie an, bei Fritz Pastyrik in der VHS Pegnitz Konzertina zu lernen. Ihr Lehrer hat ihr die Konzertina besorgt, eine viereckige Baro-Konzertina. Kerstin Meyer spielte Konzertina nur in der Jugendgruppe von Herrn Pastyrik, nie als Solistin. Vor Publikum musizierte sie mit dieser Gruppe in der Kirche in Weidenberg bei der fränkischen Weihnacht, an oberfränkischen Musiktagen, in Kulmbach und auf einer Messe in Bayreuth. Sie spielten hauptsächlich Kompositionen von Fritz Pastyrik und wenige Stücke aus der fränkischen Volksmusik. Damals spielte sie ungefähr fünfzehn Stücke, heute nicht mehr als drei. Sie spielt Konzertina nach regulärer Notenschrift. Heutzutage spielt Frau Meyer kaum noch Konzertina. Ein Grund dafür ist, dass es sie in ihrer späteren Jugend sehr gestört hat, dass sie bei der Konzertina auf Volksmusik eingeengt war.

    Hannelore Opel ist mit Musik aufgewachsen, denn ihr Vater spielte eine diatonische Handharmonika (Wiener Modell), die Hannelore Opel als Erbstück besitzt. Als sie zehn Jahre alt war, versuchte ihr Vater, ihr dieses Instrument beizubringen. Ein Jahr später bekam sie ein Jahr lang Handharmonika-Unterricht bei einem Nachbarn, der ihr das Notenlesen beibrachte. Sie spielte vor allem die damaligen Schlager, denn es war damals nicht einfach, andere Noten zu finden. Später versuchte sie auch, Akkordeon zu lernen. Heute spielt sie nur noch Konzertina. Im September 2012 las sie in einer lokalen Zeitung eine Anzeige über ein Konzertina-Kursangebot in Kleinlosnitz und meldete sich sofort an. Ihr Konzertina-Lehrer ist Reiner Suttner, von wem sie ihr Repertoire hat. Sie spielt auf einem Leihinstrument, das eine A-Stimmung hat und zwar fränkische Volkslieder, Polka, Walzer, Schlager, insgesamt rund 20 Stücke. Sie spielt  diese Musik gerne und kann sich nicht vorstellen, andere Musik mit der Konzertina zu machen. Sie spielt solo, nur für den "Hausgebrauch" und zwar meistens, um sich besser zu fühlen, wenn sie alleine ist und sich geärgert hat. Eine Ausnahme bildet das Zusammenspielen mit ihrer Tochter, mit der sie Weihnachtslieder im Duett spielt. Ihre Tochter spielt Altblockflöte und ihre zwei Enkelkinder singen mit. Sie denkt daran, ihren Enkeln in Zukunft Konzertina-Unterricht zu geben, falls sie sich dafür interessieren. Konzertina spielt sie nach Ziffern.

    Brigitte Ordnung stammt aus einer Familie, in der die Eltern sehr viel Volksmusik im Radio hörten und häufig zu Musikfesten in Oberfranken gingen, auf denen Stilrichtungen von Schlager bis Volksmusik gespielt wurden. Heute spielt sie vier Musikinstrumente, nämlich Konzertina, Steirische Harmonika, Gitarre und Melodika – davon beherrscht sie die Konzertina am besten. Als Kind wollte sie ein Musikinstrument lernen und ihr gefiel vor allem das Akkordeon. Ihre Eltern konnten sich aber damals den Akkordeon-Kurs finanziell nicht leisten. Da der über Hans Schöffel organisierte Konzertina-Kurs erheblich billiger im Vergleich zum Akkordeon war, hat sie 1980 mit dem Konzertina-Unterricht an der VHS Weidenberg begonnen. 1982 wurde sie Mitglied der Konzertina-Gruppe Pastyrik. Sie ist noch heute Mitglied der Konzertina-Gruppe und hat seit 35 Jahre nicht aufgehört Konzertina zu spielen. Mit der Gruppe sind sie zu Weihnachten in der Kirche aufgetreten, bei Sänger- und Musikantentreffen, beim Konzertinamusikantentreffen in Altenplos, im Altenheim und manchmal auch zur Kerwa. Sie spielt nach Noten, sie kann aber auch nach Ziffern spielen, verfügt aber nicht über viel Material nach "Wäscheleinenotation". Als Solistin tritt sie nicht auf und gibt keinen Konzertina-Unterricht, würde aber gerne in Zukunft ihren Kindern die Grundbegriffe beibringen, wenn sie Interesse daran zeigen. Ihr Repertoire hat sie von Pastyrik und Knopf, sie spielt nur fränkische volkstümliche Musik. Die Frage, wie viele Musikstücke sie spielt, konnte sie ncht beantworten. Sie besitzt drei Konzertinas, alle in A-Stimmung. Die erste war von Baro, heute spielt sie immer auf einer von A. Hader gebauten Konzertina, die dem Vater von Theo Knopf gehört hatte. Die dritte ist eine kleine Konzertina, ein Geschenk von ihrem Schwiegervater, die aber nicht spielbar ist. Das „Rotmain-Trio“ und Theo Knopf sind ihre Vorbilder.

    Brigitte Ordnung: "Über Berg und Tal" (Marsch, Fritz Pastyrik)

    Sabine Scherer: Ihr Großvater und Urgroßvater spielten Konzertina, sie hat sie aber nicht kennengelernt, da sie im Krieg verstorben sind. Als Kind war sie Mitglied im Kinderchor in der Schule und lernte zusätzlich Gitarre , ein Instrument, das sie heute nur noch selten spielt. Mitte 2010 fing sie an, Konzertina zu lernen, weil sie damals zufällig eine Anzeige in der Zeitung über angebotene Konzertinakurse gelesen hatte. Schon zuvor hatte sie immer im Hinterkopf, dass sie Konzertina lernen will. Ihr Lehrer ist Reiner Suttner, von dem sie ihr Repertoire hat. Der Konzertina-Unterricht findet in Kleinloschnitz im Bauernhofmuseum statt. Sabine Scherer spielt nur nach Ziffern. Konzertinaspielen ist für sie ein reines Hobby, sie gibt keine Auftritte. Sie spielt ca. 15–20 Stücke, hauptsächlich volkstümliche Titel, Schlager, aber auch fränkische Volkslieder. Die Familie bewahrte auf dem Dachboden das Musikinstrument ihres Urgroßvaters und Großvaters auf, Sabine Scherer spielt auf dieser alten Konzertina, die laut einem Zettel, den sie im Instrument gefunden hat, 1919 restauriert wurde.

    Gertrud Suttner: Ihre Eltern arbeiteten in der Landwirtschaft und hatten keine musikalischen Interessen. Zufällig war ihr Nachbar der in der Gegend sehr bekannte Konzertinaspieler und -lehrer Christian Heineritz-Flessamüller aus Modlitz, den Gertrud Suttner schon in ihrer frühen Kindheit Konzertina spielen gehört hat. Der Klang des Instruments gefiel ihr so gut, dass sie es unbedingt spielen lernen wollte. Im Alter von 14 oder 15 bekam sie endlich eine Konzertina, Christian Flessamüller brachte ihr Konzertinaspiel nach Zahlennotation bei. Sie betont, dass sie fast allein Konzertina gelernt hat, weswegen sie auch problemlos nach dem Gehör Musikstücke übernehmen könne. Ihre Familie war überhaupt nicht begeistert, dass sie Konzertina spielte, und als Kind konnte sie sich nicht vorstellen, vor Publikum zu spielen. Sie spielte nur, wenn sie allein war, und zwar etwa sieben bis acht Jahre lang, bis 1952, als sie heiratete. Seit 2010 spielt sie wieder Konzertina, meist wenn sie sich alleine fühlt und Langeweile hat, aber nicht oft und nicht regelmäßig. Alle acht Wochen trifft sie sich mit anderen Konzertinaspielerinnen in Kulmbach, wo sie meist nur zuhört und nicht oft mit anderen zusammenspielt. Sie spielt 30 Musikstücke auswendig, die meisten von ihnen hat sie nach dem Gehör gelernt. Sie kennt diese entweder aus ihrer Kindheit, vom Radio oder von Reiner Suttner. Sie besitzt fünf Konzertinas, zwei von ihnen sollen über 100 Jahre alt sein.

    Gertrud Suttner: "Nach meiner Heimat zieht's mich wieder" (Walzer)
    Gertrud Suttner: "Beim Holderstrauch" (Walzer)

    Jutta Tigges: Mitte der 70er-Jahre begannen sie und ihre Schwester mit dem Akkordeon-Unterricht. 1982 haben sich beide zum Konzertina-Kurs in Weidenberg angemeldet, wo Fritz Pastyrik Lehrer war. Bei Pastyrik lernte ihr Vater seit Anfang der 80er-Jahre Konzertina. Obwohl er aus Zeitgründen mit dem Unterricht aufhören musste, haben die Töchter weitergemacht. 1983 spielte Jutta Tigges schon vor Publikum, und zwar auf einer Weihnachtsfeier des Fichtelgebirgsvereins als Mitglied der Konzertina-Gruppe Pastyrik. Bis 1986, als sie aufgrund ihres Studiums nach Nürnberg zog, nahm sie noch an vielen anderen Konzerten dieser Gruppe teil. Frau Tigges spielt heute Konzertina, Akkordeon und lernt seit 2011 auch Klavier. Seit 1986, als sie mit ihrem Studium angefangen hat, bis rund 2002 spielte sie nur gelegentlich Konzertina. Danach entdeckte sie das Instrument für sich wieder. Da sie mit anderen Musikanten zusammenspielen wollte, hat sie 2003 und 2004 an Konzertina-Treffen in Süddeutschland und Bielefeld teilgenommen. Die regelmäßige Beschäftigung mit der Konzertina hat sie wieder im Frühjahr 2013 aufgenommen, als sie das Bauernkonzert in Bamberg besuchte. Zur gleichen Zeit kam auch der Kontakt mit anderen Hobbymusikanten aus ihrer Nachbarschaft in Nürnberg zustande, mit denen sie zu viert im privaten Kreis einfach aus Spaß am Musikmachen spielte. Sehr schnell wurde dies ausgeweitet und während des Sommers 2013 hatten sie als Gruppe unter dem Namen "KreuzAquer" "(kreuz und quer") drei öffentliche Auftritte in Nürnberg, und zwar im Museum der Altstadtfreunde Nürnberg sowie auf einer Weihnachtsfeier der Altstadtfreunde. Den Namen der Gruppe hielten ihre Mitglieder für geeignet, weil sie Volkslieder spielen, die möglichst aus allen Gegenden der Welt stammen. Die Besetzung der Gruppe ist Kontrabass, Querflöte, Konzertina und Charango (bolivianische Gitarre). Jutta Tigges besitzt drei Karlsfelder Konzertinas in A-Stimmung mit unterschiedlicher Optik. Die älteste von ihnen wurde um 1910 gebaut. Meist spielt sie auf diesem Instrument. Sie kann sowohl nach regulärer Notenschrift, als auch nach Ziffern-Vorlagen spielen.

    Jutta Tigges: "Como Llora una estrella", venezolanisches Lied (Antonio Carrillo)
    Jutta Tigges: "Kevlarsjäl-Walzer" (Seelenwalzer), trad. schwedischer Walzer

    Christine Walberer begann September 1983, nach Entscheidung ihrer Mutter, in der Konzertinaschule in Pegnitz bei Fritz Pastyrik mit dem Konzertina-Unterricht. Sie kam schnell in die „Konzertina-Gruppe Pastyrik“, schon im Dezember 1983 nahm sie an einer Veranstaltung in Weidenberg teil, wo sie mit den zwei Musikstücken, die sie damals spielen konnte, in die Gruppe aufgenommen wurde. Seitdem hat sie nie aufgehört, sich mit der Konzertina zu beschäftigen. Auch später, als sie geheiratet und Kinder bekommen hat, hat sie nur selten eine Unterrichtsstunde abgesagt. Außerhalb ihres Familienkreises hat Christine Walberer nie als Solistin vor Publikum gespielt, denn sie fürchtet, dass sie zu aufgeregt sein würde. Sie spielt entweder zu zweit mit Elisabeth Danzer oder mit der Konzertina-Gruppe Pastyrik, in der normalerweise sechs bis zehn Mitglieder (nur in Tracht) teilnehmen. Danzer und Walberer geben öffentliche Auftritte zum Wirtshaussingen, auf einem Campingplatz zum bunten Abend, in einer Teestube in Kirchentümbach im Pfarrheim, wo ältere Leute zum Singen eingeladen waren, oder um eine Versammlung zu untermalen. Walberer spielt Konzertina nur nach Noten. Sie gibt keinen Konzertina-Unterricht und hat sich auch keine Gedanken darüber für die Zukunft gemacht. Ihr Repertoire besteht aus Stücken von Pastyrik, im Duo spielen sie auch ältere Stücke, meist fränkische Volkslieder, die im Publikum sehr bekannt sind und die die Leute mitsingen können. Sie spielt keine Schlager, sondern Walzer, Dreher, Galopp, Marsch, Schottisch und sie kann sich nicht vorstellen, andere Musik zu machen. Sie spielt ungefähr 40 Stücke. Sie singt nicht beim Spielen der Konzertina, was aber Elisabeth Danzer immer gerne macht. Ihre einzige Konzertina, eine Baro-Konzertina in A-Stimmung, hat Walberer seit 1985.

    Christine Walberer: "Im Wald" (Walzer)

    Kerstin Zuber: Ihr Vater, der die Konzertina liebte und sein ganzes Leben spielte, hatte über zehn Instrumente gesammelt, darunter auch sehr alte, und eine Trio-Gruppe gegründet. Der Name der Gruppe war "Pulschnitztaler", die Besetzung bestand aus einer Konzertina und zwei Männer-Stimmen. Sie musizierten immer in Tracht. Kerstin Zuber erinnert sie sich intensiv an die Proben zurück, die ihr Vater im Keller ihres Hauses mit den anderen Männern durchführte. Sie wollte immer von ihrem Vater Konzertina lernen. Als sie Mitte dreißig war, bat sie ihn, ihr zu zeigen, wie man das Instrument spielen kann. Ihr Vater brachte sie aber von der Konzertina ab: "Du lernst das nie".  Nachdem ihr Vater gestorben war und all die Instrumente hinterlassen hat, möchte sie heute Konzertina lernen. Im August 2013 hat sie die Anzeige für ein Konzertina-Kursangebot in Kleinlosnitz gelesen. Sie wollte zunächst probieren, ob die Worte ihres Vaters "Du lernst das nie" stimmten, und ihr Lehrer Reiner Suttner macht ihr immer Mut. Sie spielt nach Ziffern-Vorlagen. Außer der Konzertina hat sie sich nie mit einem Musikinstrument beschäftigt. An der Konzertina lernt sie, fränkische Volksmusik zu spielen, aber wenn sie das Instrument in Zukunft gut beherrschen kann, möchte sie französische Akkordeon-Musik auf der Konzertina probieren, weil diese Musik ihr sehr gut gefällt.