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    Institut für Musikforschung
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    Tafelklavier von Leonhard Kummet, Hersbruck 1791 – R 17

    Tafelklavier mit einfacher englischer Stoßmechanik ohne Auslösung (single action, "Zumpe-Mechanik"). Vgl. auch das Tafelklavier von Meincke und Pieter Meijer (1780) StW12, ferner Mechanikmodell. Das Klavier ist ein Beleg für die Verbreitung der englischen Stoßmechanik in der Provinz des europäischen Festlandes.

    SIGNATUR: Auf der Innenseite des Anhängestocks entlang der linken Gehäusezarge ein mit Tinte handbeschriebener Zettel: "Leonhard Kummet | Orgelbauer und Instrumentenmacher | 1791 in .... teud".

    Breite (mit Sockel): 132,2 cm, Tiefe (mit Sockel): 51,5 cm, Höhe (mit Deckel): 19.6 cm

    Deckel aus Kirschbaum, 2-teilig, beide Teile mit Rahmen und 3 Füllungen. Der 2. Deckelteil
    ebenfalls 2-teilig, so daß das ganze Instrument außer über der Klaviatur geschlossen werden
    kann. Am 2. Deckelteil anschließende, an Scharnieren befestigte Frontabschlussklappe aus massiv
    Kirschbaum. An der linken Zarge ein Deckelstützstab aus geb. Rotbuche (möglicherweise nicht original). Der Deckel weist erhebliche Beschädigungen auf: linke Füllung hat sich vom Rahmen gelöst; Absplitterung von rechter Rahmenmittelstrebe. Die Frontabschlussklappe ist abgeschraubt.

    Zargen aus Fichte, innen und außen Kirschbaumfurnier, Rückwand ohne Furnier. Alle auf den Unterboden
    aufgesetzt. Außer Rückwand auf die Zargen aufgesetzte Leisten mit nach innen verlaufenden
    Profilen aus Kirschbaum. Außer Rückwand umlaufender Sockel am unteren Zargenende aus
    Kirschbaum. Klaviaturfrontleiste auf dem Unterboden aus Kirschbaum.
    Maße: Stärke Rückwand: ca. 2,5 cm
    Stärke der übrigen Zargen ca. 2.10 cm, Zargenhöhe mit Unterboden: 18,4 cm
    Klavierbacken aus Fichte mit Kirschbaumfurnier. Im Mittelfeld mit Intarsien aus Ahorn-. Ebenholz- und
    Kirschbaumadern sowie breiteren Streifen aus Nußbaum. Profile wie Zargen.
    Vorsatzbrett aus Fichte mit Kirschbaumfurnier mit Intarsien im Mittelfeld wie Klavierbacken und
    Profil wie Zargen.
    Notenleisten auf der Rückseite des Vorsatzbretts sowie auf der Innenseite des 2. Deckelteils.
    beide aus Kirschbaum.
    Unterboden aus Fichte.

    Einspringende Klaviatur (links).
    Maße:
    Umfang: F'–f3
    Stichmaß (3 Oktaven): 47,3 cm
    Tastenbelag: Untertasten mit Ebenholzauflage, die Stirnkanten mit Auflagen aus braun gebeiztem Birnbaum.
    Obertasten aus schwarz gebeiztem Birnbaum mit Knochenauflage. In den Untertasten 3 Rillen.
    Tastenhebel aus Linde. ab cis hinter den Stößern zum Teil ausgefräst. Mehrere Anrißlinien in Höhe der Waagbalkstifte.

    Resonanzboden aus Fichte mit nur an den Zargen entlang laufenden Profilleisten aus braun gebeiztem Obstholz.

    Züge im Gehäuse: Zwei Binnenhebel auf dem Ausläufer des Anhängestocks zwischen linker Gehäusezarge und Klavierbacke. Hebel aus Eisen. Linker Hebel Laute. Leiste aus Birnbaum, ursprunglich mit Lederbelag, beweglich an die Vorderseite des Anhängestocks geschraubt. Rechter Hebel Dämpferaufhebung, Leiste aus Nußbaum, jetzt mit Lederbelag (nicht original), hinter den Anhängestiften entlang verlaufend.

    Das Instrument wurde nach 1996 abgesaitet. – Für die Klanginstallation "Copia" wurden 2012 behutsam perkussive Geräusche mit Kontaktmikrofononen vierkanalig abgenommen.

    Zu Leonhard Kummet (1754–1830): Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern, Ansbach 1820, S. 232 (dort unter "Hersbruck, mit dem Filial Altensittenbach" angegeben als Meßner) – Eschler 1996, S. 73 f. (ohne Abb.) – Helmut Süß, Leonhard Kummet: Hersbrucker Orgelbauer, in: Heimat 66 (1996), S. 20 – Manfred H. Grieb, Nürnberger Künstlerlexikon, Bd. 2, München 2007, S. 869.

    Vergleichsinstrument in der Sammlung: StW12 (Tafelklavier von Meinke en Pieter Meijer, Amsterdam 1780).

    Provenienz: Sammlung Rück

    {fotos ow 2017-09-25}