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    Spinett [Virginal] (Otto Marx) – R 10

    Nürnberg 1957. Otto Marx (1871–1964). 

    Otto Marx zählt im 20. Jahrhundert zu den tätigsten Restauratoren historischer Instrumente. Als jüngster von fünf Söhnen des Klavierbauers Carl Gottlieb Marx in Dresden, erlernte den Beruf des Vaters, arbeitete unter anderem in Stuttgart bei der Firma C. A. Pfeiffer, wo er u.a. bei der Herstellung historischer Klaviermechanikmodelle tätig war. 1909 stellte ihn Wilhelm Heyer als Restaurator seines privaten Musikmuseums in Köln an. Marx folgte der Heyer-Sammlung 1926 an die Universität Leipzig, die sie erwerben konnte. Seit 1930 hatte er engen Kontakt zu Ulrich Rück in Nürnberg, für den er als Restaurator historischer Musikinstrumente zunächst auf Honorarbasis von Leipzig aus, seit 1952 in Nürnberg im Pianohaus Rück, bis ins hohe Alter von 89 Jahren tätig war. Marx restaurierte vor allem Hammerklaviere, etwa den Anton-Walter-Flügel aus dem Besitz Wolfgang Amadé Mozarts, Kielklaviere und Clavichorde.

    Rück fertigte für Heyer, später für Rück, einige Kopien historischer Instrumente an. Beim Instrument unserer Sammlung handelt es sich um einen Eigenentwurf, die Verwirklichung eines Wunschtraums, eines kompakten Instruments mit geteiltem Lautenzug (zur Klangfarbenteilung zwischen Bass und Melodie).

    Das Gehäuse, rechteckig, mit einspringender Klaviatur, besteht aus massivem Ahorn, Unterboden aus Fichte. Vier Beine mit Fußklötzen aus Ahorn. Das Instrument besitzt, bei einem Umfang von Kontra-F bis f3, einen geteilten Lautenzug (Teilung bei c'/cis'). Gesamtlänge: 112,1 cm; Gesamtbreite: 51,8 cm; Gesamthöhe mit Beinen und Deckel: 80,0 cm. – Vgl. Thomas Jürgen Eschler, Die Sammlung historischer Musikinstrumente des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Erlangen-Nürnberg, Wilhelmshaven 1993, S. 72. – Beine mit Ahorn furniert, unten mit Putzwasserschäden.

    Maße: Gesamthöhe mit Beinen und Deckel: 80 cm. – Korpusbreite ohne Sockel 111,1 cm, mit Sockel 112,2 cm. Korpushöhe 15,4 cm. Korpustiefe ohne Sockel 50,2 cm, mit Sockel 50,6 cm. – Wand-/Zargenbreite zwischen 7,5–8 mm. – Deckel 1,64 cm. Einspringende Klaviatur: 11.68 cm Tiefe, 81,6 cm Breite. Klaviatur gesamt 81,3 cm.
    Breite Untertasten ca. 21,5 mm, Obertasten ca 11,6 mm. – Durchmesser Rosette 6,5 cm.

    Saiten (einchörig), Besaitung original, durchgehend aus Stahl, von F' bis D umsponnen, ab Es blank. Länge F' 104,4 cm … f3 19,2 cm. – Mensur der Saitenpaare gleich (F'/Fis' 1,1 mm, G'/Gis' 1 mm, A'/B' 0,9, H'/C 0,8 etc., Es/E, 0,7, blank, abnehmend).

    Vergleichbare Vorbilder: München, Deutsches Museum Inv.-Nr. 18166; Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig, Inv-Nr. 65 [Virginal von Alessandro Riva, 1839]; 

    Sammlung Rück, Inventar-Nr. R 10; Fotos: © Studiensammlung Musikinstrumente & Medien der Universität Würzburg, 2014 (Oliver Wiener)

    Literatur: Friedrich Ernst, "Nachruf für Otto Marx", in: Instrumentenbau-Zeitschrift, Nr. 20, 1966, S. 289 f.; – Paul Simmonds, "What the Label does not tell us: Further Thoughts on Clavichords from the Pfeifer Workshop", in: Clavichord International, 19/1 (Mai 2015), S. 20–27.

    Zur Generation der frühen Tasteninstrumenten-Restauratoren (Hermann Seyffarth, Arthur Voss, Otto Marx und Friedrich Ernst) vgl. Klaus Martius: "Seid aus eurer Leidenschaft und nehmt euch nicht zu viel aus alten Epochen, denen ihr nicht gewachsen seid!" Peter Harlan als Restaurator alter Musikinstrumente, in: Concerto. Das Magazin für Alte Musik, Heft Nr. 221 (August/September 2008), S. 23–28 [pdf]; – Annette Otterstedt: Friedrich Ernst und seine Kartei. Ein Pionier der Restaurierung von Musikinstrumenten, in: VDR - Beiträge zur Erhaltung von Kunst- und Kulturgut (2007, Heft 1+2), S. 76–82; – Sabine Hoffmann: Friedrich Ernst und das Trasuntino-Cembalo. Eine Restaurierungsgeschichte, ebd., S. 83–89.

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