Projektleiter: Prof. Dr. Ulrich Konrad

Wissenschaftliche Mitarbeiter:

Dr. Margret Jestremski (Leiterin der Arbeitsstelle)
Tel. +49 931 / 31-88709; E-Mail: margret.jestremski@uni-wuerzburg.de

Georg Högl M.A.
+49 931 31-89421; E-Mail: georg.hoegl@uni-wuerzburg.de

Dr. Christa Jost
Tel. +49 931 / 31-86621; E-Mail: christa.jost@uni-wuerzburg.de

Torsten Roeder M.A.
Tel.: +49 (0)931 31-85167; E-mail: torsten.roeder@uni-wuerzburg.de

Dr. Bettina Schwemer
E-mail: bettina.schwemer@uni-wuerzburg.de

Anschrift
Universität Würzburg

Institut für Musikforschung

Domerschulstraße 13

D–97070 Würzburg

Träger: Das Forschungsvorhaben ist Teil des Akademienprogramms der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften, angesiedelt an der Opens external link in new windowAkademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz.

Gegenstand des Projekts

Richard Wagner (1813–1883) hat neben seinen Kompositionen ein umfangreiches schriftstellerisches Werk hinterlassen: Er verfasste nicht nur die Dramentexte für seine eigenen Opern, sondern darüber hinaus auch zahlreiche Schriften, in denen er sich mit Themen aus Kunst, Geschichte, Philosophie und Religion sowie Politik und Gesellschaft beschäftigte. Die Spannbreite reicht von kurzen, kaum eine Seite umfassenden Glossen bis hin zu weit ausgreifenden Abhandlungen.

Das innerhalb eines halben Jahrhunderts entstandene Œuvre an – in Wagners Terminologie – "Dichtungen" und "Schriften" gehört als integraler Bestandteil zum Gesamtwerk des Künstlers. Unter diesem Gesichtspunkt brachte Wagner in seinem letzten Lebensjahrzehnt denn auch selbst neun Bände Gesammelte Schriften und Dichtungen (1871–1873) heraus: eine Bündelung von zuvor verstreut publizierten, in Funktion, Inhalt und Anspruch sehr verschiedenartigen Texten, die er für die Sammelausgabe redigierte oder überarbeitete. Diese von Wagner veranstaltete Ausgabe bildete den Ausgangspunkt der Rezeption seines schriftstellerischen Denkens und lag zahlreichen nach Wagners Tod herausgegebenen Veröffentlichungen zugrunde.

Während die "Dichtungen" im Rahmen der Richard-Wagner-Gesamtausgabe (Richard Wagner. Sämtliche Werke) nach wissenschaftlichen Standards aufgearbeitet wurden und dort in den Bänden der Reihe B (Dokumente und Texte) zugänglich sind, bildet eine solchen Ansprüchen genügende Ausgabe von Wagners "Schriften" bis heute – 130 Jahre nach dem Tod des Komponisten – ein drängendes Desiderat der Forschung.

In dem auf 16 Jahre konzipierten, interdisziplinär ausgerichteten Forschungsvorhaben wird ab 2013 nun erstmals die gesamte Hinterlassenschaft der rund 230 Texte Richard Wagners mit gut 5000 Seiten Umfang auf Basis aller überlieferter historischer Textzeugen philologisch erschlossen. Dokumentarische Grundlage für das Unternehmen bildet das unmittelbar vor dem Abschluss stehende, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt "Wagner-Schriften-Verzeichnis" (WSV), das erstmals alle Quellen zur Entstehung und Veröffentlichung der Schriften bibliographisch erfasst.

Ziel ist die vollständige, historisch-kritische Edition der Schriften mit umfassendem Kommentar als sogenannte Hybrid-Ausgabe. Diese nutzt neben dem herkömmlichen Druckmedium alle sinnvollen Möglichkeiten der digitalen Texterfassung, -verarbeitung und -darbietung entsprechend den aktuellen wissenschaftlichen Standards. Vorgesehen ist einerseits die Publikation von kommentierten "Lesebänden", andererseits eine elektronische Edition mit textkritischem Apparat sowie den gedruckten Kommentar ergänzende Text- und Bildmaterialien.